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Automobilbau: Stichwort "Cybersicherheit"

 

Inzwischen hat es sich ja weitläufig herumgesprochen, dass moderne Kraftfahrzeuge rollende Kommunikationszentren sind: Sie senden nicht nur Signale und Daten, sondern sie empfangen auch Signale, Befehle und regelrechte Direktiven - auch ohne menschliches Dazutun.

"Überall, wo wirtschaftliches Potenzial liegt, wird es auch Menschen geben, die dieses abschöpfen wollen", so Wolfgang Bernhart, Leiter des Technologie- und Innovationsteams bei Roland Berger. Der Automotive-Experte spricht damit einen aktuellen und akuten Problemkreis an im Hinblick auf die Cyber-Security bei Fahrzeugen.

Macht, Geld und Gewinnstreben waren schon immer Motive für Verbrechen, und wenn es nur um das Ausspähen von Daten geht. Ein Schaden von 172 Milliarden US-Dollar ist damit bereits entstanden. Softwarebezogene Rückrufe haben stark zugenommen, von 0,5 Prozent 1999 auf 89 Prozent 2017, also nur 18 Jahre später. Beim Technologie-Konzern Continental ist man sicher, dass die Angst der Verbraucher mit zunehmender Automatisierung der Fahrzeuge auch die Cyber-Kriminalität steigt. Höchste Zeit also, zu handeln und entsprechende Regeln und Programme zu erstellen. Dafür prädestiniert ist die Regensburger Gruppe des Konzerns "Division Interior", die sich als Systemintegrator bei Themen wie Hardware und Software als besonders kompetent sieht. Mit den Partnern "Elektrobit" und "Argus" sieht man sich dann gut gewappnet für die Zukunft.

Fahrzeughersteller sollen in der Lage sein, Cyber-Bedrohungen zu verstehen, zu verhindern und entsprechend darauf zu reagieren. Moderne Fahrzeuge haben bis zu 100 (!) Steuergeräte an Bord und mehr als 100 Millionen Softwarecodes. Mit wachsender Vernetzung der Fahrzeuge, auch untereinander, erhöht sich auch die Anzahl der Fehler und/oder Schwachpunkte in der Software. Und die sind nur sehr schwer erkennbar. Daher werden zeitnahe "Over-the Air"(OTA)-Updates in Zukunft eine immer größere Rolle hinsichtlich Zuverlässigkeit und Sicherheit im Auto spielen.

Für Hacker von ganz besonderem Interesse sind die Systeme Bluetooth und NFC. Mittels des "Connectivity 3"-Systems lässt sich gar das Hacken aus größerer Entfernung realisieren. Neu entwickelte Software versteht die Betrugssignale und reagiert schneller auf diese Angriffe. So sollen mögliche Angriffsflächen im Auto so klein wie möglich gehalten werden, durch Kryptographie und sichere Updates. Das Angebot von Conti und seinen Partnern bietet den Fahrzeugherstellern einen "End-to-End"-Schutz gegen aktuelle und künftige Cybergefahren. Dabei werden auch die Telematik- und Infotainment-Einheiten geschützt, da diese einen besonderen Eintrittspunkt für Remote-Angriffe darstellen.

Ein altbekannter Satz aus der Physik kann das auf den Punkt bringen: "Druck erzeugt Gegendruck", will heißen: was immer die Hacker sich einfallen lassen, wird umgehend durch die Spezialisten der Industrie pariert.

Text: Frank Nüssel/CineMot
Quelle: Automobil Produktion, Götz Fuchslocher
Fotos: Continental

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