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Nachruf: Achim Bergmann (Trikont)

 

2017 feierte der Verlag seinen 50. Geburtstag, zu Recht gewürdigt in vielen Medien. In dieser Woche erreichte uns die traurige Nachricht, dass Trikont-Gründer Achim Bergmann 74-jährig verstorben ist. So lesen Sie hier statt des üblichen CD-Tipp einen Nachruf, den zu schreiben nicht leicht fällt.

Es war 1991, als ich Trikont erstmals begegnet bin, am Stand der Frankfurter Buchmesse. Damals noch Student, überwältigten mich die vielen Präsentationen regelrecht. Dass man einen Messebesuch besser bereits im Vorfeld plant und sich nur einen Teil der Zeit zum freien Stöbern vorbehält, sollte ich erst später lernen.

Aber was da von Trikont zu hören war, machte mich neugierig, und das Gespräch mit Achim Bergmann kam gerade recht als Verschnaufpause. "Das ist Volksmusik, aber verschärft", erklärte der die Faszination der damals frisch erschienenen CD "Most" des österreichischen Duos Attwenger.

Typisch Trikont. "Our Own Voice" - den Untertitel nahm man hier ganz wörtlich. So fand Ringsgwandl seinen Weg, auch Hans Söllner, der Finnische Tango, Rembetika aus Griechenland, um nur einige zu nennen. Und mit La Brass Banda hat Trikont einer der später erfolgreichsten Formationen der "Neuen Volksmusik" den Start ermöglicht - jener Stilrichtung, der auch Attwenger zugerechnet werden.

Achim Bergmann und seine Frau Eva Mair-Holmes "schmissen den Laden nicht nur", sie waren mit Freude dabei. Bei späteren Messebesuchen, dann schon im Beruf, war ein kurzes "Hallo" immer drin und das Regal mit den Neuerscheinungen für eine Überraschung gut.

Zu den jüngsten Trikont-Entdeckungen gehört Kofelgschroa, "Most" ist immer noch im Programm. Auch Raritäten wie die 1982 verstorbene Münchner Sängerin Bally Prell sind unverändert hörenswert. Und die "Trikont-Story" (Heyne Verlag) ist immer noch aktuell.

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