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Leser fragen – Experten antworten: Was beim Oldtimer-Import aus den USA beachten?

 

Ein Cadillac De Ville mit Heckflossen aus den 50ern oder ein Dodge Charger mit endlos langer Motorhaube aus den 70ern – wer einen amerikanischen Klassiker fahren will, wird am Besten in den USA fündig. Auf den Kaufpreis muss man aber noch einiges draufrechnen, bis das Auto in Deutschland fährt.

Frage: Ich liebäugle damit, einen US-Oldie aus den Staaten zu importieren. Was muss ich beachten?

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS:
Wer von einem amerikanischen Klassiker als Urlaubsmitbringsel träumt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es einiges an Geld und Zeitaufwand kostet, bis der Oldie über deutsche Straßen rollt. Zum Kaufpreis kommen unter anderem Transport zum Hafen, Verschiffung, Versicherung und Abfertigung am europäischen Hafen (Rotterdam oder Bremerhaven) hinzu. Für Oldtimer (über 30 Jahre) entfallen seit 2014 die Zollgebühren, man zahlt nur Steuern. Zwischen zwei und vier Wochen dauert der Transport über den großen Teich.

Ist der Klassiker in Deutschland, muss ein amtlich anerkannter Sachverständiger ein so genanntes Vollgutachten nach § 21 StVZO abnehmen. Dafür sind höchstwahrscheinlich noch Umbauten notwendig, zum Beispiel müssen Blink- und Bremslicht getrennt werden, der Meilen-Tacho braucht eine km/h-Skala und vorn muss eine Abschleppöse angebracht werden.

Für die Zulassung in Deutschland braucht man das „Certificate of Title“ (kurz: „Title“), das etwa unserem Fahrzeugbrief entspricht. Weitere Daten für die deutschen Papiere recherchiert die Sachverständigen-Organisation gegen Entgelt. Alles in allem steigen die Kosten für Umbau und Zulassung ganz schnell in den vierstelligen Bereich. Am Besten informiert man sich vorher bei dem Sachverständigen oder der Werkstatt seines Vertrauens, welche Kosten für das spezielle Modell, das man im Auge hat, erwartbar sind.

Quelle: Hanne Schweitzer/SP-X

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