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Formel 1: Schon 2019 zurück an den Nürburgring?

 

Vor fast fünf Jahren, genau am 7. Juli 2013, fand auf dem Nürburgring in der Eifel das letzte Formel-1-Rennen statt. Seit der Eröffnung der neuen Grandprix-Strecke im Jahr 1984 war die sogenannte „Königsklasse des Motorsports“ über fast drei Jahrzehnte regelmäßig Gast am „Ring“ gewesen. Seitdem hat sich eine Menge getan in der milliardenschweren globalen Serie. Ex-Boss Bernie Ecclestone ist Geschichte, der neue Besitzer heiß „Liberty Media“ und ist ein weltumspannendes Imperium aus den USA.

Der Sieger von 2013, Sebastian Vettel, saß damals noch in einem Red Bull. Der Zweitplatzierte, Kimi Räikkönen, pilotierte einen Lotus-Renault. Beide verdienen ihr Geld längst beim Traditions-Rennstall Ferrari. 2015 und 2017 wäre die Eifel-Rennstrecke eigentlich turnusmäßig im Wechsel mit Hockenheim wieder an der Reihe gewesen. Doch der von finanziellen Turbulenzen gebeutelte und in ein negatives Schlagzeilen-Konstrukt geratene „Ring“ stand unter Ecclestone nicht mehr zur Debatte.

Nun aber tut sich offensichtlich mehr als ein Silberstreif am Horizont auf. Mirco Markfort, seit März 2016 neuer Geschäftsführer der traditionsreichen Rennstrecke, bestätigte nicht nur Gespräche mit Liberty Media, sondern macht sogar Hoffnungen darauf, dass nach sechs Jahren Abstinenz der rasende Rennzirkus im kommenden Jahr noch einmal in der Eifel aufschlagen könnte. Der 39-jährige, der schon zuvor in anderer Funktion am Nürburgring tätig gewesen war, war zum Saisonfinale 2017 nach Dubai gereist und hatte mit den Liberty-Media-Verantwortlichen eine mögliche Rückkehr an die Eifel-Rennstrecke erörtert, „dass bereits Gespräche mit dem Eigentümer der Formel 1 – Liberty Media - geführt wurden“.

Zwar geben sich beide Seiten noch bedeckt, aber die Tatsache, dass dem Comeback der Serie für das kommende Jahr zumindest Chancen eingeräumt werden, lässt viele Interpretationsmöglichkeiten offen. Der Nürburgring-Boss bemüht sich dabei, in seiner Wortwahl noch um größtmögliche Diplomatie, zeigt aber auf, worauf es ihm und den Betreibern der Rennstrecke in erster Linie ankommt: Ein Rennen zur Formel-1-Weltmeisterschaft wäre demzufolge „nur unter Berücksichtigung sinnvoller betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen möglich“. Ein Zuschussgeschäft, wie es in der Vergangenheit in der Regel war, dürfe also nicht mehr daraus werden. Was nicht gerade leicht zu realisieren ist, zumal die öffentliche Hand, wie lange praktiziert, derlei Events nicht mehr subventionieren wird.

Abseits des Themas Formel 1 sieht Markfort die Traditions-Rennstrecke, die im vergangenen Jahr 90 Jahre alt wurde, seit langer Zeit wieder auf einem guten Weg. Und dies nicht nur wegen der motorsportlichen Events. Mit der Saison 2017 und der Auslastung von Nordschleife und Grand-Prix-Strecke, so Markfort, sei man „sehr zufrieden.“ Der Mix aus verschiedenen Motorsport-Veranstaltungen sowie der Festival-Sommer mit „Rock am Ring“ und „New Horizons“ tragen den „Ring“ derzeit.

Die Rückkehr der Formel 1 wäre dennoch der Reputationsgewinn schlechthin. Sollte es 2019 wirklich mit dem Gastspiel der „Königsklasse“ klappen und beide Seiten feststellen, dass sie „miteinander können“, wären die ungeraden Jahre für die Austragung eines Formel-1-Rennens am Nürburgring ein Fingerzeig in die Zukunft. 1927 wird der Nürburgring runde 100. Ob mit oder ohne Formel 1.

Schöner wäre auf jeden Fall mit Formel 1!

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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