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Dakar 2018: X-raid mit unterschiedlichen Antriebskonzepten

 

Wie wir bereits an dieser Stelle (www.kues.de vom 28.10.2017) voraus berichtet hatten, wurde es nun auch von X-raid erstmalig offiziell am 22.11. 2017 bestätigt: der Treburer Rennstall tritt nicht nur mit 4 Mini der John Cooper Works-Familie (Mini All4 Racing) an, sondern auch mit 3 neu entwickelten Buggys, also den einachsig angetriebenen Versionen.

Diese wurden, der Startschuss fiel im Februar 2017, in einem Team von 45 Ingenieuren und im Verbund von langjährigen Partnern entwickelt: BMW Steyr konstruierte im Rahmen des neuen Reglements einen neuen Diesel-Reihen-Sechszylinder mit 3 Litern Hubraum auf der Basis des bisherigen erfolgreichen Triebwerks. Möglicherweise kommt dabei auch schon die brandneue 4-Turbo-Technologie ins Spiel.

Die Buggy-Story begann schon vor gut 4 Jahren, als ein einachsig angetriebenes Vehikel, klein und wendig ("CBRA") im Zebra-Look auch bei der Dakar auftauchte. Bewerber war X-raid; Fahrer Guerlain Chicherit war schnell, aber etwas arg hitzig. In der Folge wurde Jutta Kleinschmidt bei den Treburern mit ins Boot geholt, um CBRA weiter zu entwickeln. Sie fuhr sogar selbst wieder. Einige respektable Ergebnisse genügten aber nicht, das Projekt in diesem Maße zu forcieren. Stille war eingekehrt um das "Zebra".

In der Zwischenzeit gab es einen Thronwechsel bei den großen Wüstenrennen: Peugeot hatte mit den einachsig angetriebenen 2008 und dann 3008 DKR Buggys das Zepter von Mini übernommen. Toyota kam da nicht mehr mit, die Minis auch nicht. Während Toyota Gazoo noch einen Buggy auf Hilux-Basis baute, kamen keine News mehr von X-raid zu dem Thema. Dann zog Toyota Gazoo den Hilux Buggy wieder zurück und es bleibt so, zumindest für den Start 2018, noch beim Allrad- Konzept. Nun also die Überraschung nach der Vorstellung der Buggys in Paris. Die Entscheidung zeigt aber auch Mut, Innovationsbereitschaft und Zukunftsdenken. Neben 3 Toyotas starten also 4 Peugeot 3008 DKR, 3 X-raid-Buggys und 4 John Cooper Works Mini. Unter den Genannten dürften sich auch die Sieger befinden.

Wer fährt nun welches Modell bei X-raid?
Die drei Buggys werden pilotiert von:
Mikko Hirvonen aus Finnland mit dem derzeit wohl erfahrensten Copiloten Andy Schulz. Dabei ist auch Bryce Menzies aus USA, der mit großem Sponsorgeld eines Brauseherstellers antritt. Dazu noch Yazeed Al Rajhi, der mit Timo Gottschalk unterwegs ist und auch viel Geld mitbringt.

Die 4 "normalen" John Cooper Works Mini mit Allradantrieb sind in Händen von: Orlando Terranova/Ronnie Graue, Nani Roma/Alex Haro, Jakub Przygonski/Tom Colsoul und Boris Garafulic/Filipe Palmeiro. Warum ausgerechnet die mit der ausgiebigsten Wüstenerfahrung aufwartenden Terranova und Roma nicht den Buggy fahren, wird nur der Teamchef wissen. Sponsorengeld wird da sicher eine nicht unmaßgebliche Rolle gespielt haben.

Andere Möglichkeit: wenn die 3 Mini-Buggys ausfallen oder Probleme bekommen, könnten eventuell die Allrad-Minis "die Kohlen aus dem Feuer holen". Zu vermerken ist auch, dass Stephan Schott, der für X-raid siebenmal die Dakar in Folge bestritt und davon sechsmal in Wertung ins Ziel kam, nicht mit von der Partie ist. Er hat enorm viel Sand- und Dünen-Erfahrung, was gerade bei der nächsten Dakar von großem Nutzen wäre. Jedenfalls müssen die anderen Teams erstmal nachweisen, dass sie in Wertung das Ziel erreichen.

Text: Frank Nüssel /CineMot
Bilder: X-raid

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