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Cross-Country: Ausnahmetalent Miroslav Zapletal (Tschechien)

 

Es gibt, so die Erfahrung des Chronisten, kaum einen anderen europäischen Cross Country-Fahrer, der alle Strecken derart gut kennt wie Miroslav Zapletal. Er besitzt ein ganzes Team an Rallye-Fahrzeugen und Fahrern, die mit oft knappen Budgets überall auftauchen. Miro selbst ist seit Jahren Stammgast im FIA Weltcup der Cross Country-Wertungen, hatte bereits mit einem 3,2 Liter Diesel-Pajero vor langen Jahren teilgenommen und auch für Furore gesorgt. Was an Leistung fehlt, macht Miro durch umso beherzteren Einsatz wett, was allerdings das Fahrzeug bisweilen im Sinne des Wortes "krumm nimmt".

Zapletal hat in den letzten Jahren überwiegend einen Hummer H3 mit dem bulligen V8-Motor eingesetzt und beachtliche Ergebnisse eingefahren. Ferner trat er zeitweise mit einem Mitsubishi Lancer EVO VII an. Im FIA Weltcup liegt er unter den besten 6 Teams, belegte häufig Plätze unter den besten Drei, fuhr bei der Dakar mehrfach unter die Top Ten.

Nun tauchte er in letzter Zeit des Öfteren mit einem Ford Ranger auf. Zumindest sieht das Fahrzeug so aus. Aus absoluten Insiderkreisen wird kolportiert, dass es eine ganz besondere Ausgabe eines "Hybriden" sei, den sich Miro da aufgebaut hat: die bewährte Technik des Hummer H3 versteckt unter der Außenhaut eines Ford-Pickups. Der ist dann sicher etwas handlicher, vor allem bei den europäischen "Bajas", jenen relativ kurzen und oft sehr winkeligen Wertungsveranstaltungen über ein Wochenende. In den Teilnehmerlisten einiger FIA-Läufe 2017 tauchte Miroslav sogar mit einem "Klon" auf, der im Kleid eines Ford F150 im Inneren aber Fahrwerk und Motor aus dem "Hummer H3 EVO beherbergen soll.

Dass Zapletal gerade da auch auf heftigste Konkurrenz stößt, ficht ihn nicht weiter an. Da er und seine Teams noch selber bauen, konzipieren und tunen, wird das ganze Unternehmen auch finanziell in erträglichen Grenzen geführt. Die ganz großen internationalen Geldgeber stehen bekanntlich nicht gerade Schlange bei den Teams, vor allem, wenn sie aus dem Osten kommen. Es wäre wünschenswert, wenn das Zapletal- Team künftig unter besseren finanziellen Voraussetzungen arbeiten und fahren könnte. Gerade ihm, der mit so viel Herzblut am Cross Country-Sport hängt. Zudem ist er ein "Pfundstyp", der auch Kollegen und Mitbewerbern hilfreich unter die Arme greift, wenn es irgendwo an der Technik klemmt.

Text: Frank Nüssel
Fotos: Team

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