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Automatisiertes Fahren: Kommandozentrale an den Fingerspitzen

 

Auch wenn wir noch etliche Jahre vom sogenannten "automatisierten Fahren" entfernt sind: die Fortschritte in Technik und Technologie auf dem Weg dorthin, gehen Stück für Stück voran. Hardware und Software müssen in feinsten Schritten entwickelt und adaptiert werden: es geht schließlich um den Menschen. Nicht nur die führenden Automobilhersteller, sondern auch die führenden Komponenten-Hersteller arbeiten intensiv daran.

So hat das Technologie-Unternehmen Continental nun eine Kommandozentrale entwickelt, das sogenannte "Smart Control". Damit wird der Rollenwechsel vom Autofahrer zum Nutzer von automatisierten Fahrfunktionen, die er transparent und intuitiv durchführen kann, vollzogen. "Für den Erfolg automatisierter Fahrzeuge sind die Akzeptanz und das Vertrauen des Nutzers nötig. Dies erreichen wir mit einer ganzheitlichen Mensch-Maschine-Schnittstelle...", so Frank Rabe, der für diese Entwicklungen zuständige Leiter im Hause.

Wie funktioniert das nun? Das Bedienelement ist in der Mittelkonsole eingebaut. Es informiert kontinuierlich über den aktuellen Fahrmodus. Greift der Fahrer, beispielsweise aus aktuellen Gründen live ins Geschehen ein, verschwindet das Gerät wieder in der Konsole, sodass der Fahrer nur noch das darüber liegende "Touchpad" benutzen kann. Zum Beispiel zur Steuerung der Infotainment-Funktionen. Bewegt sich das Fahrzeug auf einer automatisiert befahrbaren Strecke, fährt das Gerät wieder heraus und der Fahrer kann die Automatisierung mittels eines Joysticks am Eingabegerät aktivieren. Diese neue Entwicklung trägt aber auch dazu bei, die Aufmerksamkeit des Fahrers auf einem optimalen Niveau zu halten. Das ist wichtig, damit die sensiblen Übergangsphasen sicher gestaltet werden.

Einfache Fahraufgaben, wie das Spurhalten, erfüllt das Fahrzeug komplett selbständig, komplexere, wie das Überholen auf der Autobahn, werden vom Fahrer als "Anweisungen" an das Smart Control-System gegeben. Auch weitere Informationsdarstellungen liefert das Gerät über das digitale Kombiinstrument: es zeigt, als Beispiel, auch alle Verkehrsteilnehmer in unmittelbarer Nähe an.

Aktuell ist die Conti-Entwicklung im Design vor allem funktional ausgerichtet und kann herstellerspezifisch individuell angepasst werden. Als Sicherheits-Feature haben die Entwicklungsingenieure noch eine Funktion integriert, die genau erkennt, ob eine ungewollte Bedienung zur versehentlichen Betätigung vorliegt oder ob der Fahrer tatsächlich die Hand auf das Gerät gelegt hat.

Text: Frank Nüssel
Foto: Continental

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