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Chrysler: "Grand Cherokee Trackhawk" kommt 2018

 

Einer der ganz großen Klassiker der 4x4-Szene legt nochmals kräftig zu. Die Fiat-Chrysler Entwickler in USA stifteten dem ohnehin nicht gerade schwachen V8-Triebwerk mittels Feinarbeit und einem mechanischen Kompressor quasi eine zweite Lunge. Das Zwei-Ventil-System pro Zylinder wurde aber beibehalten. Der Trackhawk mit dem Hubraum von 6,16 Litern Fassungsvermögen wird damit zum Hochleistungssportler mit 700 PS (515 kW) und einem Urwelt-Drehmoment von 875 Newtonmetern - wohl zum weltweit stärksten und schnellsten Serien-4x4-Fahrzeug. Eine entsprechend ausgelegte 8-Stufen-Automatik (Modell 8HP95) sorgt dafür, dass diese enormen Leistungskräfte auch entsprechend sicher auf alle Viere übertragen werden. Ausreichend "Dampf", um die ersten zehn Meter Asphalt aufzuwickeln, ist also je nach Fahreroption stets vorhanden. Natürlich ist auch das Chrysler-spezifische Verteilergetriebe "Quadra-Trac on Demand" wieder an Bord, das als Geländereduktion wertvolle Dienste im ausgesetzten Gelände liefert.

Dafür, dass bei einer Höchstgeschwindigkeit von 289 km/h (nicht abgeregelt) auch die Bremsanlage und das Fahrwerk entsprechend ausgelegt sein müssen, wurde gesorgt. Das beschriebene "Gesamtwerk" bringt immerhin auch 2,43 Tonnen Leergewicht auf die Waage.

Das alles verlangt auch nach gründlicher Neuberechnung, Dimensionierung und neuen Materialien für den gesamten Antriebsstrang. Da kamen die Chrysler-Entwickler mit GKN zusammen, Experten für Antriebs- und Gelenkwellen (siehe Grafik): Sie mussten Ideen, Vorschläge und ihr ganzes Ingenieurswissen so zusammenfügen, dass Synergien gekoppelt werden konnten: GKN-Driveline baute dann folgerichtig für den Trackhawk Kardanstrang und Antriebswellen unter anderem aus dem Flugzeugstahl (auch dort für Fahrwerksteile) Typ 300 M. Die für diese Entwicklungen zuständige Gruppe nahm auch Anleihen aus den im Hause entwickelten Motorsport-Division-Komponenten aus Rallye-Weltmeisterschaft und Dakar-Einsätzen.

Als letzte Maßnahme, um Funktion und Belastbarkeit zu stärken und zu gewährleisten, wurde ein "Lastkollektiv" entwickelt, das 2000 nacheinander folgenden Dragster-Starts entspricht. Die einzelnen Baugruppen und -Teile mussten quasi durch die Hölle. Auch die äußeren Gleichlaufgelenke für die hinteren Antriebswellen wurden nach allen Regeln der Ingenieurs- und Materialkunst verstärkt. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Fiat-Chrysler- und GKN-Ingenieuren war lebenswichtig für die Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit des "Super Grand Cherokee". Der soll im ersten Quartal 2018 auch in Deutschland verfügbar sein.

Text: Frank Nüssel/CineMot Grafik und Foto: GKN

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