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Michelin ist sich gewiss: Des Deutschen „Lust am heißen Reifen“ ist ungebrochen

 

Während in diesen Tagen der Winter in den deutschen Mittelgebirgen wieder ein unerwartetes Gastspiel gibt, denken Reifenhersteller da in anderen Kategorien und Zeitsprüngen. So auch Michelin, einer der Premium-Hersteller auf diesem Gebiet. Die Franzosen stellen nämlich dieser Tage bereits ihr neues Sommerreifen-Programm vor und geben sich dabei sehr optimistisch.

Nach einem leichten Rückgang in den Geschäftsfeldern Pkw, 4X4 und Leicht-Lkw im vergangenen Jahr geht der Reifen-Hersteller im Sommer 2016 wieder von „steigender Nachfrage in einem positiven Umfeld“ aus. Ausschlaggebend für diese Annahme sei der ungebrochene Trend zu höherwertigen Produkten. Der Deutsche, so die Botschaft, habe also keineswegs die Lust am „heißen Reifen“ verloren, weshalb sich dort auch eine gute Ertragslage abzeichne.

In diesen Tagen hat der Reifenhersteller sein neues Produkt, den „Michelin Pilot Sport 4“ für leistungsstarke Pkw und Sportwagen vorgestellt. Er kommt für die Sommermonate in den 19 gängigsten Größen von 17 bis 19 Zoll auf den Markt. Der neue Pneu biete, so der Hersteller, „neben dem Fahrvergnügen auf trockenem Belag hohe Sicherheitsreserven bei Nässe.“ Eine neuartige homogene Laufflächenmischung aus funktionalen Elastomeren und feinem Silica der neuesten Entwicklungsstufe sorge für eine „hohe Performance.“ Zudem sei die neue Mischung auf eine hohe Laufleistung ausgelegt und trage dank des geringen Rollwiderstandes auch dazu bei, den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs zu senken.

Längst ist es gängige Praxis, dass die Reifenhersteller bei der Entwicklung neuer Produkte mit der Auto-Industrie zusammen arbeiten, um dadurch gemeinsame Zielvorgaben zu erreichen. Die Michelin-Ingenieure hätten bei der Vorgabe der Erfüllung des Lastenheftes und der Produktion des „Pilot Sport 4“ deshalb auch mit den Benchmark-Vertretern dieses Genres zusammen gearbeitet: In diesem Falle also mit Kollegen aus den Entwicklungsabteilungen von Porsche, Audi, BMW und Mercedes-Benz.

Da Michelin auch im Motorsport seit vielen Jahren in namhaften Serien zu den Ausrüstern gehört, habe man sich beim Profil-Design am umfassenden Know-how aus Wettbewerben wie der Rallye-Weltmeisterschaft oder der neuen Formel E orientieren können. Aus dieser Kooperation sei ein Produkt entstanden, das mehrere Leistungsmerkmale optimal in einem Reifen vereine. Diese, „Total Performance“ genannte, Produktphilosophie verfolge der Reifenhersteller sowohl beim Motorsport wie auch der Entwicklung und Produktion von Serienmodellen. Mit dem neuen „Pilot Sport 4“ und weiteren Modellen wie dem „Pilot Sport Cup 2“ und dem „Latitude Sport 3“ wolle man im Premium-Segment seinen Marktanteil vergrößern und weitere Kunden hinzu gewinnen.

Zudem stellte Michelin auch seinen ersten Sommerreifen mit Winterreifen-Zulassung vor. Was sich fast wie ein Anachronismus anhört, ist indes eher ein Angebot für Menschen, die in einem räumlich begrenzten Umfeld bei Bedingungen ohne extreme Witterungssauschläge unterwegs seien. Der Michelin „Cross Climate“ genannte schwarze Mehrfachkönner schütze die Fahrzeug-Insassen daher „hervorragend bei nicht vorher gesehenen Wetterumschwüngen.“ Dieses Angebot stelle auch keine Abkehr von der offiziellen Diktion des Hauses dar, wonach Kraftfahrer, die in der Regel weite Strecken bei unterschiedlichsten Bedingungen zurücklegen müssten, ausschließlich mit Sommer- oder mit Winterreifen je nach Jahreszeit und Witterung unterwegs sein sollten.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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