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Von der Dakar zurück in die Rallye-WM?

 

Da haben sich eventuell Zwei gefunden, die jahrelang Konkurrenten waren: der Franzose Sébastien Loeb, 9-facher WRC-Rallye-Weltmeister und der Finne Mika Hirvonen. Der Eine startete zum Debüt bei der Dakar im Peugeot-Team auf einem 2008 DKR, brannte in den ersten Tagen in Südamerika ein wahres Feuerwerk an Tagesbestzeiten ab, so lange, bis die WRC-ähnlichen Strecken endeten und Dünen und Tiefsand die Regie übernahmen. Der andere Neuling kommt aus Finnland, ist jung, dennoch erfahren und hatte bei der Dakar von Tag zu Tag mehr Spaß auf seinem X-raid-Mini. Kämpfte sich immer weiter vor und belegte im Schlussklassement einen honorablen 4. Rang. Loeb hingegen verzweifelte in der zweiten Hälfte immer mehr an den Streckenbedingungen und belegte am Schluss einen für ihn sicher enttäuschenden 9. Platz. Ob und wie viel Spaß die beiden Kontrahenten hatten auf der anderen Seite der Weltkugel, bleibt dahin gestellt.

Doch beide zeigten unmittelbar nach der zweiwöchigen Hatz heftiges Interesse daran, in ihre alten angestammten Disziplinen zurückzukehren: Das neu formierte Toyota Gazoo Racing Team wird sich ab 2017 mit dem WRC-Yaris an der Rallye-WM beteiligen, das Fahrzeug ist im Prinzip fertig, muss heuer nur noch die harten Seiten kennenlernen und leistungsmäßig und von der Zuverlässigkeit her auf den neuesten Stand für 2017 gebracht werden. Dafür werden erfahrene Testfahrer benötigt. Loeb war sicher mit seinem 9. Platz nicht ganz zufrieden, zumal er als "viertes Rad am Wagen" (zu Peterhansel, Sainz und Déspres) erst spät ins Peugeot-Team aufgenommen wurde. Vielleicht auch als "Cheftester", wie lange der 2008 DKR hält, wenn er WRC-mäßig ständig am Limit bewegt wird. Um für die gesetzten Starfahrer Peterhansel und Sainz Erkenntnisse auf höchstem Niveau einzufahren. So wird Peugeot möglicherweise auf Loeb zukünftig verzichten müssen, ebenso wie das X-raid Team auf Hirvonen. Für X-raid wäre das bitter, da der Finne die "alten Herren" Roma und Terranova (beide auf Mini), denen mehr zugetraut worden war, klar im Griff hatte. So wird sich das Treburer Team eventuell bald auch wieder von dem Finnen verabschieden müssen. Und damit von einem Dakar-Sieger in spe. Andererseits hatte sich der diesjährige Dakar-Zweite, Nasser Al Attiyah, bereits in den ersten Tagen ziemlich klar und missmutig über das Leistungspotential seines bei X-raid aufgebauten Mini beschwert. Er wäre wohl als neuer Mann bei Peugeot mehr als willkommen, zumal Peterhansel sich nach seinem grandiosen Sieg mit Peugeot, seinem 12. insgesamt, mit 50 Jahren wohl kaum eine weitere Dakar als Aktiver mehr antun wird. Als Teamchef bei den Franzosen hingegen wäre er nahezu unbezahlbar mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung. Kaum ist die 2016er Dakar zu Ende, beginnen die Planspiele der Teams. Das war so schnell und in dieser Intensität kaum zu erwarten.

Text: Frank Nüssel/CineMot Bilder: Teams

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