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Markenvielfalt bei der "Monte"

 

Zum Schluss war es so ähnlich wie bei „Dinner for one“. Denn wie bei dem englischen Kult-Silvesterknaller hieß es auch am Sonntagnachmittag an der Cote d’Azur im Fürstentum von Monaco: „Same procedure as last year.“ Denn wie schon im vergangenen Jahr hieß der Sieger des Auftakts der Rallye-Weltmeisterschaft Sébastien Ogier. Es war der dritte Sieg des 31-jährigen, amtierenden Weltmeisters bei der traditionsreichsten Rallye in Folge. Damit steht er jetzt auf einer Stufe mit den „Legenden“ dieser Sportart, Sandro Munari (I), Walter Röhrl (D), Tommi Mäkinen (FIN) und seinem Landsmann Sébastien Loeb. Auch ihnen war dieses seltene Kunststück im Verlauf der vergangenen vier Jahrzehnte gelungen.

Und demzufolge stand auch ein Fahrzeug aus deutscher Fabrikation bei der „Remise des prix“, der traditionellen Siegerehrung im monegassischen Hafen mit auf dem Podest: Die Weiterentwicklung des Volkswagen Polo World Rallye Car. Hinter Ogier, der unweit seiner französischen Heimatstadt Gap triumphierte, belegten sein Markenkollege, der Norweger Andreas Mikkelsen Rang zwei. Der dritte Volkswagen-Pilot, der Finne Jari-Matti Latvala, war bereits am Samstag nach einem Unfall ausgeschieden.

Trotz des erneuten Volkswagen-Triumphes an der Cote d’Azur herrschte in diesem Jahr bei der „Monte“ eine erfreuliche Markenvielfalt unter den Top Ten. Das lässt für die Zukunft der WM in diesem Jahr und zumindest etwas mehr Ausgeglichenheit an der Spitze hoffen. In den Alpen rund um Ogiers Geburtsstadt Gap lieferten sich Sébastien Ogier im VW Polo R WRC und Kris Meeke im Citroen DS3 WRC auf den ersten acht von insgesamt 16 Wertungsprüfungen (WP) ein Duell auf Augenhöhe. Die Führung wechselte ständig, bis dem Nordiren Meeke das Getriebe nicht mehr in die Karten spielte und er schließlich aussichtslos zurückfiel. Danach verteidigte der Franzose mit der gewohnten Routine seinen Vorsprung bis ins Ziel mit der abschließenden Powerstage.
Doch auch die mit großen Erwartungen in die „Monte“ gestarteten Teams von Hyundai Motorsport durften zufrieden sein.

Auch wenn es noch nicht gereicht hatte, um den dominierenden „Wölfen“ im Kampf um den Sieg Paroli zu bieten. Der Belgier Thierry Neuville erreichte in der neuen Version des Hyundai i20 WR auf Rang drei ebenfalls noch einen Podestplatz. Sein Markenkollege, der Spanier Dani Sordo, fuhr den zweiten neuen i20 WRC im Gesamtklassement auf Platz sechs. Einen überraschenden vierten Platz belegte der für das private M-Sport-Team fahrende Norweger Mads Östberg im Ford Fiesta WRC. Bester Citroen-Pilot (DS3 World Rallye Car) war der Franzose Stephane Lefebvre als Fünfter.

Was schon lange nicht mehr der Fall war bei der „Monte“, nämlich, dass ein deutscher Pilot Niederschlag unter den ersten Zehn des Gesamtklassements gefunden hatte, wurde in diesem Jahr zur allgemeinen Überraschung wahr. Der Mecklenburger Armin Kremer, immerhin einmal Rallye-Europameister gewesen, fuhr mit seinem Skoda Fabia R5 in der WRC2-Kategorie auf den zehnten Platz des Gesamtklassements.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Hersteller

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