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Dakar 2016: Halbzeit und Fehdehandschuh

 

Was, so wird man sich bei Peugeot Sport-Marketing wohl derzeit fragen, ist fürs Image der Firma besser: einen 9-fachen Rallyeweltmeister (da noch auf einem Produkt der Konzernschwester Citroen unterwegs) namens Sébastien Loeb als baldigen Dakar-Sieger zu vermarkten oder einen 11-fachen Dakar-Sieger namens Stéphane Peterhansel auf gleichem Produkt, der 2016 sein Dutzend an Dakar-Siegen komplettieren will? Jedenfalls führte eine Reifenpanne nebst einigen Elektronik-Problemen bei Loeb dazu, dass der alte Fuchs Peterhansel das Pech des Kollegen flink wahrnahm und an ihm vorbeizog. Sainz als Dritter im Peugeot- Bunde, tat es ihm gleich und Al Attiah auf dem derzeit bestplatzierten Mini drückte nach.

Von 7 Tagesetappen landeten die Peugeots 6 Siege! Folglich dürfte der Fehdehandschuh offen in den sandigen und steinigen Ring geworfen sein. Dafür revanchierte sich Loeb einen Tag vor dem sonntäglichen Ruhetag im argentinischen Salta, verwies Peterhansel nach hinten und führt nun wieder mit gut 2 Minuten Vorsprung. Sainz bleibt Dritter, danach schon der Quatari Al Attiyah. Auch Cyril Despres auf dem 4. 2008 DKR meldet sich mit einem 7. Rang auf der 7. Etappe wieder zu Wort. Aus dem anfangs offenen Dreikampf der Marken ist wohl nur noch ein Zweikampf geworden, da Toyota mit den 3 Gazoo-Hilux einfach nicht mitkommt. Da fehlt es eindeutig an Speed. Einen Eklat besonderer Art musste das Team einstecken: Guerlain Chicherit, auf einem bei X-raid vorbereiteten Mini mit einachsigem Antrieb, also einem Buggy, nicht schlecht unterwegs, stellte das Auto im Service-Camp ab, stieg aus und trat den Heimweg an. Seine Begründung: die Performance am Fahrzeug stimme einfach nicht, er müsse mit diesem Buggy normalerweise wesentlich weiter vorne liegen. Ein Platz im Nirgendwo zwischen 20 und 30 sei nicht sein Anspruch. Ob es wirklich an unzureichender technischer Vorbereitung lag, an mangelnden finanziellen Mitteln oder anderem, wird uns an dieser Stelle Guerlain vielleicht bald selbst sagen. Dabei hatte sein Fahrzeug als "Zebra-Buggy" allseits für Freude gesorgt, weil es so hübsch und originell aussah, ein richtiger Sympathieträger. Stallregie wird aufgrund der Platzierungen der übrigen Minis mit 5,11,12,13,15,16 und 17 wohl eher nicht nötig sein, lauert doch Al Attiyah (Platz 4) auf Fehler oder Probleme der ersten 3 Peugeots. Dass er dann gnadenlos attackiert, davon dürfen wir schon jetzt ausgehen. Adam Malysz hatte zu Beginn der Prüfung Kupplungsprobleme, wurde mit Copilot und MINI vom Servicetruck durch die ganze Etappe geschleppt bis ins Biwak. Die Reparatur gelang und so darf der ehrgeizige Pole auch wieder starten, in die zweite Hälfte der Veranstaltung.

Nach dem dringend benötigten Ruhe-Sonntag am 10. Januar, wird die zweite Hälfte der Rundfahrt mit etwas straffer angezogenen Bandagen in die Endrunde gehen...

Text: Frank Nüssel/CineMot Fotos: Teams

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