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CDs 2015 – Ein Rückblick

 

Auch unter den CDs, die wir Ihnen wöchentlich an dieser Stelle empfehlen, fielen uns 2015 manche besonders positiv auf. Vier davon rufen wir Ihnen als Rückblick in Erinnerung, wissend, dass eine solche Auswahl immer subjektiv sein muss.

Im Januar 2015 starb 68-jährig der Sänger Demis Roussos. Eine Werkschau, die er selbst noch zusammengestellt hatte, erschien dann posthum. Als „Collected“ enthielt die 3-CD-Box nicht nur die typischen „Fernweh-Schlager“, die ihm in den Siebzigern hierzulande vordere Hitparadenplätze bescherten, sondern auch Experimentelles – Chansons, Elemente der Klassik, Progressive Rock und einen Auszug aus seinem Monumentalalbum „Attitudes“ von 1982. Das wurde kommerziell zwar kein großer Erfolg, fuhr aber durchweg positive Kritiken ein und lag dem Interpreten auch persönlich am Herzen.

Eines der überraschendsten Comebacks gelang einem Schotten, den man aus den Achtzigern als zornigen jungen Mann in Erinnerung hatte. Nach Erfolgen mit Bronski Beat, den Communards und solo leistete er sich den ein oder anderen Flop, verschwand auch mal nahezu völlig aus der Öffentlichkeit, um 2015 fulminant zurückzukommen: Als er „Homage“ aufnahm, ein wunderbar entspanntes Disco-Album, war der frühere „angry young man“ nahezu altersmilde – pardon – mit inzwischen 53!

Schlager polarisieren - Fans können nicht ohne sie, andere Musikliebhaber machen gerade bei diesem Genre absolut „dicht“. Wie der Brückenschlag zwischen Pro und Contra-Lagern hervorragend gelingen kann, zeigte eine Band, die typische Klassiker des Genres ein wenig gegen den Strich bürstete und ihnen einen reizvollen Bossa-Nova–Sound verpasste. So wagten KLEE sich an Udo Jürgens‘ „Immer wieder geht die Sonne auf“ ebenso wie an Danyel Gérards One-Hit-Wonder „Butterfly“, und Udo Lindenbergs „Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr“ - klang, von einer Frau gesungen, nicht nur musikalisch, sondern auch von der Perspektive her ganz anders als die Vorlage. Sehr reizvoll.

Bleibt noch ein Titel, der ein wenig irreführend klang. Denn die versprochenen „Girls In Airports“ findet man auf dem Albumcover nicht. Ist ja auch nur der Bandname der Kopenhagener Jungs, die den Flughafen als Angelpunkt des Lebens definieren, bewegt und bewegend, weil hinter allen Menschen, die sich da aufhalten, immer auch ihre Geschichten stehen. „Fables“ eben.

Die Daten:

Demis Roussos: Collected. 3-CD-Box. Universal Music
Jimmy Somerville: Homage. Membran Records.
Klee: Hello Again. Warner Music
Girls In Airports: Fables. Edition/Harmonia Mundi

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