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Betörende Schönheiten: Cabrios auf der Essen Motor Show

 

Auto zu fahren ist in erster Linie eine Frage der Mobilität. Ziel: Von Punkt A nach Punkt B kommen. Alleine, mit weiteren Passagieren und auch mit – je nach Lage der Dinge – mehr oder weniger Gepäck. Nach den Bedürfnissen richten sich auch Karosserie und Platzangebot für diejenigen, die dieses Fahrzeug nutzen wollen: In einer Limousine resien mehrere Personen bequem. Kombis sind ideal, wenn es darum geht, viel Stauraum zu füllen. SUV für erhöhte Sitzposition und zumindest einen Hauch von Offroad-Fähigkeit. Und die kleinen City-Flitzer sind zu nennen, die meist als Zweitfahrzeug in der Familie oder als Mobilitäts-Einstieg für junge Menschen dienen.

War's das schon? Halt, da gib es ja noch eine andere Fahrzeuggattung. Eine, die nicht der Funktion, sondern der Form, der Freude, dem Spaß am Fahren, der Emotionalität vorbehalten bleibt: das Cabriolet. Fahrzeuge also, die wahlweise mit geöffnetem oder geschlossenem Dach gefahren werden können und meist „über den Bauch“ gekauft werden. Was gefällt, muss her. Wenn es denn finanziell machbar ist. Mal mit einem Stoffdach oder einem Hardtop ausgestattet. Mals als kleiner Roadster, mal als große offene Limousine. Mal als Targa mit herausnehmbarem Dach, aber fest installierter Heckscheibe. Cabriolets können so vielfältig sein. Am Ende aber eint sie alle ihre Bestimmung: Lust und Laune verbreiten. Zeigen, dass Auto fahren nicht nur Mittel zum Zweck ist, sondern dazu die Sinne betören kann.

Den schönsten offenen Fahrzeugen der vergangenen 60 Jahre ist jetzt eine Sondershow bei der Essen Motor Show gewidmet, die noch bis einschließlich 9. Dezember in den Messehallen am Essener Grugapark geöffnet ist. „Sportliche Cabrios“ lautet der Titel der Ausstellung in Halle 3 genau: Und dementsprechend sind auch die Marken der dort ausgestellten Preziosen: Was oben fehlt (nämlich das Dach), ist meist unten (also unter der Motorhaube) im Überfluss vorhanden. Pferdestärken. Leistung. Die Möglichkeit, offen und stürmisch davonzubrausen und den Fahrtwind zu genießen.

Das „betagteste“ Modell dieser Sondershow ist ein Mercedes 190 SL aus dem Jahr 1956. Das jüngste Fahrzeug ist die derzeit aktuelle Chevrolet Corvette. Die 105 PS aus dem 1,9-Liter-Motor, die den offenen Mercedes damals bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h trieb, waren eine Sensation und eine Ausnahme. Ein Auto für die „oberen Zehntausend“. Eines der schnellsten Serienautos, die damals in Deutschland unterwegs waren. Demgegenüber wirken die Leistungsdaten der Corvette wie aus einer anderen Autowelt: 659 PS, Topspeed 310 km/h.

Die wunderschönen offenen Renner, die in Halle 3 der „Essen Motor Show“ ausgestellt sind, sind von edelstem „Geblüt“: Ferrari, Maserati, Porsche, Aston Martin, BMW, HMC Healey, Jaguar, Cobra: Herz des Cabriolet-Liebhabers, was willst Du mehr. Ferrari ist als eine der legendärsten Sportwagen-Marken mit zwei seiner bekanntesten offenen Modelle in Essen vertreten: Dem California aus dem Jahr 2012 und dem Mondial aus dem Jahr 1984. 2012 leistete der 4,3-Liter-V8-Motor des California 490 PS. Der Mondial, von 1980 bis 1989 in mehreren Versionen aufgelegt, vertraute einem 2,9-Liter-V8-Motor 1984 460 PS an.

Als Wiege offener Sportwagen, vor allem der kleinen zweisitzigen Roadster, gilt Großbritannien. Die Insel ist in Essen mit zwei Edelmarken vertreten: Aston Martin, auch als Fahrzeug-Ausstatter von „007 James Bond“ eine legendäre Hausnummer, hat einen DBS Volante aus dem Jahr 2013 entsandt. Die „britische Katze“ Jaguar präsentiert einen XJS aus dem Jahr 1994. Beide werden von leistungsstarken V12 angetrieben. Eher bescheiden ist dagegen der 1,6 Liter Motor des Porsche 356 aus dem Jahr 1963. Mit diesem Liebhaber-Stück nahm Porsche die Serienproduktion als Hersteller sportlicher Fahrzeuge auf. 1964 wurde der 356 dann vom 911 abgelöst, der jetzt in Los Angeles in seiner achten Auflage vorgestellt wird.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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