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Dakar-Überraschung: Loeb wieder dabei

 

Das "Quartett Infernal" auf den Peugeot-Buggys hatte die Dakar der letzten drei Jahre in überzeugender Weise beherrscht, so wie Volkswagen mit dem Race Touareg und Mini dazwischen mit gar vier Siegen. Nach dem werkseitigen Rückzug des französischen Autobauers hat vor wenigen Monaten ein französischer privater Rennstall namens "PH Sport" einige der Peugeot 3008 DKR und einen betagteren 2008 DKR übernommen. Dann wurde es doch etwas ruhig um die Mannen von PH Sport.

Nun platzen die mit der Meldung heraus, einer der DKR 3008, wohl aus dem letzten Siegerbestand, werde privat vom 9-fachen Rallye-Exweltmeister Sébastien Loeb zur Peru-Dakar im Januar 2019 eingesetzt. Loeb gilt in Insiderkreisen als der Schnellste in der Szene der Wüstenrallye-Piloten. Doch mit der Schnelligkeit erhöht sich auch das Risiko, einem technischen Defekt oder einem Unfall zum Opfer zu fallen. Bei Loeb saß diese Gefahr auch fast immer mit im Fahrzeug. Spektakuläre Abflüge wechselten sich mit Siegen regelmäßig ab.

Nun, da seine Ex- Kollegen Peterhansel, Sainz und Désprés erst auf dem Trockenen, dann bei X-raid im Mini und Mini Buggy sitzen, wäre es doch jammerschade, wenn Loeb keinen Fahrersitz bekommen hätte. Loeb hält sich mit Rallye-Meisterschaftsläufen und Rallye-Cross seither fit. Dabei setzt er auch auf seinen langjährigen Copiloten Daniel d`Elena, der ihm sehr zuverlässig stets den richtigen Weg ansagte. Die Frage sei erlaubt: An den Peugeot 3008 DKR wurde nach dem letzten Sieg technisch werkseitig nicht mehr weitergearbeitet im Gegensatz zu den Mini, die bereits zwei Evolutionsstufen bis heute hinter sich haben und sich stets im harten internationalen Einsatz befanden...kann der DKR- Buggy da noch mithalten?

Da die 2019er Ausgabe der Dakar ausschließlich nun in Peru gefahren wird, zwar um knapp fünf Tage verkürzt, aber teilweise auf gleichen Routen wie in der Vorzeit, mögen diejenigen im Vorteil sein, die bereits dort gefahren sind. Und dazu gehört eben auch Loeb! Und wenn Loeb der einzige auf einem Ex-Werksrenner der Franzosen ist, wird ihm die Schützenhilfe eines anderen Teammitglieds fehlen. Wenn er aber durchkommt, muss er zu den Favoriten gezählt werden. Nicht zu vergessen allerdings auch, dass das südafrikanische Toyota Gazoo-Team mit wohl drei Hilux-Pickups und Top-Fahrern an den Start geht (de Villiers, Al Attiyah und Ten Brinke). Und die haben noch eine offene Rechnung mit der Südafrika- Dakar: sie müssen endlich den ersten Sieg einfahren... so die durchaus nachvollziehbare Aufforderung von Teamchef Glyn Hall.

Text: Frank Nüssel
Quelle: Marathonrally.com
Fotos: Teams

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