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Charlys PS-Geflüster

 

Liebe Leserin!
Lieber Leser!

Oft ist es so, dass ein bestimmtes Fahrzeug mit seinem Namen stellvertretend für ein ganzes Segment an Automobilen steht: kompakte Autos, die unterhalb der Mittelklasse nagesiedelt sind, werden in der Regel der Golf-Klasse zugeordnet, obwohl es diese Kategorie dem offiziellen Sprachgebrauch nach gar nicht gibt.

Genau so wenig wie es vor den Zeiten des ersten Golf eine „Käfer-Klasse“ gab. Besonders luxuriöse Modelle, die ein prall gefülltes Bankkonto als unabdingbare Voraussetzungen mit sich bringen, werden der der S-Klasse zugeordnet, obwohl sich in diesem Bereich auch noch die „ganz dicken“ Audi, BMW oder Exponate der Häuser Jaguar, Lexus und anderer Nobel-Hersteller tummeln. Auch die „Rolls-Royce-Kategorie“ beherrscht dieses Stammland nicht alleine für sich. Erzeugnisse von Bentley, Aston Martin, oder auch Maserati fühlen sich dort zu Hause.

Genauso ist es aber auch im Umfeld der leichten Nutzfahrzeuge. Sieht man auf der Autobahn im meist überdurchschnittlichen Tempo mal wieder ein Automobil dieser Kategorie, so ist man in der Regel geneigt, von einem Sprinter zu sprechen. Und das, obwohl das Mercedes-Erzeugnis beileibe nicht der Einzige seiner Art in diesem umkämpften Segment ist. Volkswagen, Ford, Opel, aber auch viele Importeure balgen sich mit den Stuttgartern um die Prozent-Anteile bei den Zulassungen. Beim automobilen Normalverbraucher aber ist meist von „einem Sprinter oder so ähnlich“ die Rede. Der Sprinter ist so was wie der Golf der Nutzfahrzeuge.

Offenbar neigt der Mensch dazu, komplexe Sachverhalte und unüberschaubare Mengen an Daten oder wie in diesem Falle an Modellen der Einfachheit halber etwas übersichtlicher und griffiger zu formulieren. Bei den Eisenbahnen ist das übrigens nicht anders: Dort gibt es Schmalspurbahnen neben den Normalspurbahnen.

Damit ist es aber nicht getan. Beide Spurformen unterteilen sich wieder in zig unterschiedliche Arten und Varianten über Hersteller und Ländergrenzen hinweg. Nur in Südafrika beispielsweise gibt es eine Kap-Spur, die für einen einzigen Zug, der herunter zum „Cape of God Hope“, dem „Kap der Guten Hoffnung“ führt, eingeführt wurde. Obwohl die Kap-Spur nichts anderes ist als eine Schmalspurbahn.

Wenn Sie also mitunter etwas den Überblick verlieren im Angebotsdschungel, liebe Leserinnen und Leser, regen Sie sich nicht künstlich darüber auf. Egal ob das Autos, Eisenbahnen, Shampoos, Zahnpasta, Müsli oder was auch immer sein mag. Überall im Leben finden wir eine Golfklasse. Auch wenn die mit dem gleichnamigen Produkt aus Wolfsburg nicht im Geringsten etwas zu tun hat.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.

Ihr Jürgen C. Braun

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