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Dakar 2018: Kein ganz großes Finale... mit Konsequenzen

 

Carlos Sainz (Peugeot) brauchte seinen gut einstündigen Vorsprung nur noch clever zu verwalten, um zum zweiten Mal nach 2010 mit dem gleichen Copilot Cruz diese Veranstaltung zu gewinnen. Er hatte sich im Prinzip aus den riskanten Gefechten um Platz und Sieg heraus gehalten, fuhr gerade so schnell, dass er stets in Tuchfühlung zur Spitze lag, bis er dann nach Peterhansels fettem Crash am vorletzten Tag am Dakar-Altmeister vorbei zog.

Spannender hingegen waren die Kämpfe um die Plätze 2 und 3, sowie um die Top Ten. Nasser Al Attiyah (Toyota Gazoo Team) war von so manchem Ausritt, einigen Unfällen gebeutelt, schließlich fuhr er von allen mit dem höchsten Risiko: er wollte unbedingt gewinnen. Das hatte er bereits 2011 (VW-Diesel) und 2015 (Mini All4 Racing) geschafft. Mit dem 2018er-Ergebnis hat er zugleich die Dakar zum dritten Mal auf dem 2. Platz beendet. Er war einfach nicht zufrieden. Den letzten Tagessieg Cordoba-Cordoba fuhr Giniel de Villiers, Toyota Gazoo-Kollege, (Sieger 2009 VW) ein und sprang damit hinter Sainz und Al Attiyah ebenfalls noch aufs Podest.

Glyn Hall, Teamchef der südafrikanischen Gazoo-Mannschaft, freute sich zwar, trauerte aber dem entgangenen Gesamtsieg erneut nach. Sainz überlegt sich mit seinen 55 Jahren, ob er mit diesem Sieg nicht doch lieber seine Karriere beenden sollte, zumal Peugeot sich Ende 2018 aus dem Rally Raid-Sport zurück zieht. Voller Frust bei Peterhansel, der irgendwie die Welt nicht mehr verstand: "Eine furchtbare Rallye für mich, jeden Tag neue Wechsel in den Positionen. Ich glaube, ich schließe mich besser Carlos (Sainz) an und lasse es sein".

Bei welchem Team sollte er auch in Zukunft anheuern, um die Dakar nochmals zu gewinnen? Sieben Mal mit dem Auto als Erster anzukommen, dürfte eh kaum mehr machbar sein. Und ob das Konzept der Dakar überhaupt noch Sinn macht und sich genügend Geldgeber und Fahrerteams melden, steht noch in den Sternen.

Zum deutschen Team von X-raid Teamchef Sven Quandt hatte mit den 3 brandneuen "Buggys" die erste fette Überraschung gebracht. Dazu noch 4 JCW Mini. Dass ausgerechnet dass jüngste Mitglied im Team, Kuba Przygonski, mit dem 6. Gesamtrang die Ehre des Hauses rettete, war erstens nicht vorauszusehen, aber zweitens dafür umso erfreulicher. Vor allem Fehler, auch einige Konditionsschwächen und unvorhergesehene Unfälle, warfen die Teamfahrer entweder ganz aus dem Rennen (Menzies, Roma, Al Rajhi) oder soweit zurück, dass sie nicht mehr zu den besten 10 gehörten. X-raid-Chef Quandt wird sich die Teamstruktur für eine eventuelle Dakar 2019 wohl sehr genau überlegen, Sponsorengeld hin oder her.

Es war nicht so das ganz große Finale, aber es darf nicht vergessen werden, dass auch diesmal die Naturgewalten heftig am Ausgang mit gestrickt haben. Auch der Veranstalter ASO muss sich da erhebend Neues einfallen lassen! Doch das Schlussbild riss alles wieder heraus: alle drei auf dem "Stockerl" hatten die Dakar bereits 1-2 mal gewonnen.

Text: Frank Nüssel / CineMot
Fotos: ASO, Red Bull, X-raid

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