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BMWs Elektro-Offensive - i3 bei Trierer Silvesterlauf

 

2000 Athletinnen und Athleten aus - in diesem Jahr - 24 Nationen von Deutschland bis nach Neuseeland. Läuferinnen und Läufer der Weltklasse, Olympiasieger und Weltrekordler aus den Läufernationen Kenia und Äthiopien. Dazu an die 15.000 begeisterte Fans im „Wohnzimmer“ der ältesten Stadt Deutschlands, in allerbeste Laune versetzt von Wunderkerzen, Konfetti-Regen und Samba-Trommeln: Nicht umsonst hat sich der Silvesterlauf in Trier am letzten Tag des Jahres einen Ruf als das „Sao Paulo des Nordens“ nach dem brasilianischen Vorbild erworben.

Im am Sonntag zu Ende gegangenen Jahr 2017 setzte sich die deutsche „U23-Europameisterin“ und WM-Halbfinalistin von London über 1500 Meter, Konstanze „Koko“ Klosterhalfen vom TSV Bayer 04 Leverkusen, vor zwei Läuferinnen aus Ruanda und Äthiopien durch. Der Marokkaner Zouhair Talbi gewann das Elite-Rennen der Männer vor dem ruandischen Vertreter James Sugira und dem Kenianer Alfred Cherop.

Kein Wunder, dass sich eine solch öffentlichkeitswirksame Szene auch Sponsoren und mediale Wegbegleiter nicht nehmen lassen, um auf sich und ihre Produkte aufmerksam zu machen. Das gilt auch für die Autohersteller. Als am Sonntag das Feld der Läuferinnen und Läufer auf den ein Kilometer langen Kurs über das Pflaster der Trierer City von ZDF-Moderator Wolf-Dieter Poschmann losgeschickt wurde, war hinter der ersten Kurve als erstes ein Führungsfahrzeug zu sehen sein, das genau in diese Szenerie passt. Vor dem bunten Lindwurm nämlich hatte sich der deutsche Autobauer BMW das Startrecht gesichert und eröffnet die Rennen bei Damen und Herren mit einem Elektromobil, einem „i3“.

Der kompakte Stromer des Münchener Unternehmens steht stellvertretend für die Produkt-Offensive des Hauses BMW auf diesem Gebiet. Bis zum Jahr 2025 will die Marke rund 25 Elektro-Modelle auf den Markt bringen: 12 reine Elektro-Autos und 13 Plugin-Hybride. „Elektromobilität hat für uns absolute Priorität“, hatte BMW-Vorstandschef Harald Krüger auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) des vergangenen Jahres in Frankfurt angekündigt. Und das, obwohl BMW immer noch den Großteil seines Geldes mit spritschluckenden Limousinen und SUVs der X-Baureihe und nicht mit E-Fahrzeugen verdient.

Der i3, im Jahr 2013 als elektrischer Kleinwagen-Trendsetter auf dem Markt eingeführt, ist inzwischen bereits eine feste Größe neben Konkurrenten Nissan Leaf, Opel Ampera E oder Renault Zoe, aber auch bereits etwas in die Jahre gekommen. Der beim Trierer Silvesterlauf vor den begeisterten Sportfans und etlichen Fernsehkameras publikumswirksam eingesetzte Stromer aus leichtem Carbon-Baustoff gilt inzwischen als Vorbote des bayerischen „Tesla-Gegners“. Zwischen dem kleinen i3 und dem sportlichen Hybridmodell i8 soll n Zukunft wohl der elektrifizierte neue 3er die Rolle als personifizierte „Tesla-Konkurrent“ einnehmen.

Doch mit dieser Produkt-Strategie sind die Münchener im Reigen der deutschen Premium-Hersteller nicht allein. Mercedes, Audi und Co. wissen ebenfalls, dass sich in einer Zeit schwindenden Diesel-Absatzes die geforderte Reduzierung der Gesamt-Bilanz des C02-Ausstoßes nur mit einer Ausweitung der Elektro-Range erreichen lässt.

Das Rennen um die Anwartschaft, der aussichtsreichste Jäger des Tesla-Tycoons Elon Musk zu werden, ist eröffnet. Und die Frage nach der Marke, die in diesem Jahr bei der 29. Auflage des bestbesetzten deutschen Silvesterlaufs in Trier wieder den „Opener“ macht, wohl auch.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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