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Charlys PS-Geflüster

 

Liebe Leserin!
Lieber Leser!

Den aktuellen Wert eines neuen Autos für den Verbraucher misst man längst nicht mehr nur an seiner Optik, seiner PS-Zahl, seinem Komfort, seiner Sicherheit oder auch seinem (möglichen) Wiederverkaufswert. Wann immer mal wieder ein Hersteller eines neues Modells dessen nächste Generation auf den Markt wirft – und das tun sie sehr oft – dann spielen inzwischen Schlagworte wie Konnektivität, Digitalisierung und Vernetzung eine Rolle. Derlei Parameter werden für den Erfolg eines neuen Modells immer wichtiger und drängen Bewertungs-Grundlagen, um die es seit Jahrzehnten ging, in den Hintergrund.

Dabei geht es aber nicht nur darum, ob und vor allem wie schnell und wie problemlos sich die Inhalte eines Smartphones ins Innere eines Autos übertragen lassen und ob die Handhabung möglichst „easy“ vonstatten geht. Die schöne neue digitale Welt hat auch jede Menge böser Buben geboren, und die sehen in einem chicen, feinen, neuen Automobil ein lohnenswertes Objekt für ihre nichtsnutzigen An- und Absichten.

Hacker, um das gängige Schlagwort zu gebrauchen, machen längst auch vor Autos nicht mehr halt. Sie manipulieren sie und klauen sie frech von der Straße weg. Und da das elektronische Netzwerk im Auto noch aus den frühen 1990er Jahren stammt, macht man es den dunklen Gestalten nicht gerade schwer, Beute zu machen. Jetzt soll dagegen Abhilfe geschaffen werden, wie ein auf diesem Gebiet sehr versierte Kollege aus dem Auto-Journalismus vor Kurzem in einem Fachmagazin berichtet hat.

Zugegeben, ich habe mir den Artikel des Kollegen sehr aufmerksam durch gelesen, aber er erfordert halt eben doch eine ganze Menge an detailliertem elektronischen Vorwissen. Und ohne mich mit fremden Federn schmücken zu wollen, gebe ich gerne zu, dass ich Vieles aus diesem Netzwerk der bösen Taten und der Verhinderung solcher Zugriffe nicht verstanden habe. Erschreckend aber war für mich in erster Linie die Erkenntnis, dass sich hier offenbar ein neuer verbrecherischer „Geschäftszweig“ aufgetan hat, von dessen Existenz mit Sicherheit die Mehrzahl der (deutschen) Autobesitzer keine Ahnung hat.

Vieles von dem, was ich dort gelesen habe, hätte ich eher in einem neuen James-Bond-Auto vermutet. In einem Moonraker also statt in einem neuen VW Golf, um einmal ein Fahrzeug Beispiel gebend für die ganze Branche zu nennen. Cybersicherheit und Automobile, das waren für mich eigentlich immer zwei verschiedene Welten. Sind es aber nicht, wie mir – und wohl auch allen anderen Lesern – vor Augen geführt wurde.

Vielleicht sollte ich es einfach bei der Optik, dem Komfort, der Sicherheit und dem Vergleich mit der Konkurrenz belassen, wenn ich in Zukunft mal wieder ein neues Produkt bewerte. Und nicht noch seine Cyber-Tauglichkeit unter die Lupe nehmen wollen. Was ich ohnehin nicht könnte.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.

Ihr Jürgen C. Braun

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