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Leser fragen – Experten antworten: Der Preis ist meist nicht heiß

 

Gebrauchtwagen-Ankaufportale werben seit einiger Zeit mit attraktivem Service und fairen Preisen. Bei letzteren sollte man allerdings keine Wunder erwarten.

Frage: „Ich will bald mein Auto verkaufen. Lohnt es sich, dieses einem Ankauf-Portal wie wirkaufendeinauto.de anzubieten?“

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrtexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Seit einigen Jahren mehren sich im Internet Portale, die damit werben, Gebraucht-Pkw anzukaufen. Zu den bekannten Anbietern gehören wirkaufendeinauto.de, buymycar.de, abracar.de oder die sogenannten Express-Verkaufsoptionen von mobile.de oder Autoscout.de. Geworben wird unter anderem mit kostenloser Bewertung, Sofort-Kauf, stressfreier Abwicklung und „besten Preisen“. In Hinblick auf die Preise sollte man sich als privater Verkäufer allerdings keiner Illusionen hingeben, da hinter jedem Ankauf-Portal letztlich ein Autohändler oder ein Zwischenhändler steckt. Diese Profis kaufen Fahrzeuge, um diese schnellstmöglich gewinnbringend weiterverkaufen zu können. Entsprechend wird ein Privatverkäufer für seinen Gebrauchten zumeist ein Angebot erhalten, das unter dem Marktpreis liegt. Ein Händler muss schließlich so kalkulieren, dass ihm beim Weiterverkauf eine Marge bleibt.

Kontakt zu solchen Ankauf-Portalen nimmt man in der Regel auf, indem man sich online ein vorläufiges und nichtbindendes Angebot für sein Gebrauchtfahrzeug einholt. Oftmals wird bei dieser ersten Bewertung eine zunächst durchaus attraktive Summe in Aussicht gestellt. Gekauft wird allerdings erst nach einer Fahrzeugbesichtigung. Wer einen entsprechenden Termin mit einem Händler oder Zwischenhändler vereinbart, dem wird sehr wahrscheinlich nach der Besichtigung eine Kaufsumme deutlich unterhalb der Online-Offerte genannt. Oftmals wird in dieser Angebotssituation ein gewisser Entscheidungsdruck ausgeübt, etwa mit der Aussage, dass das Angebot nur für kurze Zeit gilt.

Ob dieses Kaufangebot fair ist, muss jeder für sich entscheiden. Allerdings sind hier häufig deutliche Abschläge hinzunehmen. Wichtig ist in jedem Fall ein Vergleich. Möglicherweise bietet ein Händler in der Nachbarschaft einen besseren Preis. Wer sich ein Neufahrzeug kaufen möchte sollte auch ein mögliches Inzahlungnahme-Angebot für das Altfahrzeug durchrechnen. Die besten Chancen für einen möglichst hohen Verkaufserlös bietet allerdings meistens der Privatverkauf. Ist das Auto einigermaßen gefragt, wird man sehr wahrscheinlich deutlich mehr als bei einem Händler rausschlagen können. Für einen Privatverkauf muss man allerdings oftmals Geduld und Nerven mitbringen. Wer sich das Prozedere mit diversen Besichtigungsterminen, Probefahrten und der Kaufabwicklung ersparen will, genießt bei den Ankaufprofis immerhin eine schnellere und reibungslosere Abwicklung.“

Text: Mario Hommen/SP-X

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