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Reifen: Reparaturen unter Einsatzbedingungen

 

Soldaten zeigen mögliche Reifen-Reparaturverfahren unter Einsatzbedingungen, die bei Prüfingenieuren der KÜS eher unter „Gruselkabinett“ fallen dürften: Die Bundeswehr nutzt eine umfangreich ausgestattete Werkstatt auf dem 12,6 Tonnen schweren DINGO 2 GSI, um Gefechts- und Verschleißschäden vor Ort schnellstmöglich zu beheben und die Funktionsfähigkeit von ausgefallenen Fahrzeugen vorübergehend wieder herzustellen.

Der 6,85 Meter lange und 2,43 Meter breite DINGO wird von einem 163 kW /222 PS starken Turbodiesel angetrieben, ist im Bereich des Fahrerhauses leicht gepanzert, verfügt darauf zum Selbstschutz über eine fernbedienbare Waffenstation und ist damit 3,60 Meter hoch. Das noch höher ausfahrbare Dach des Werkstattaufbaus erlaubt es, ergonomisch im Stehen arbeiten zu können.

Aus dem zivilen Bereich übernommen sind Multi-Kombi-Gummipilze, die in unterschiedlicher Größe von außen oder von innen durch ein Durchstoß- oder Einschuss-Loch geschoben und festgeklebt werden. Diese sonst nur noch in der Lauffläche und bei Reifen mit maximal 25 km/h Geschwindigkeit erlaubte Reparaturmethode setzen Soldaten notfalls auch in der Seitenwand ein.

Steht kein Multi-Kombi zur Verfügung oder kann der durchschossene Pneu für die Reparatur nicht von der Felge genommen werden, hilft vielleicht eine Art Dübel-Technik. Dazu wird ein (gern auch Gewebe-ummanteltes) Stück Schlauch über eine passende Schraube gezogen, von außen durch das Loch geschoben und dann durch Anziehen der Mutter verkeilt.

Stich-Verletzungen der Seitenwand versucht man auch zu schließen, indem man den Reifen zumindest teilweise demontiert, dann auf der Innen- und Außenseite mehrere Lagen Gummi- oder Planen-Stoff auflegt und diese durch eine Schraube mit Beilagscheiben zusammenpresst. Dabei nimmt man ebenfalls in Kauf, dass Bolzen außen überstehen.

Text und Fotos: Karl Seiler

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