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CD-Tipp - Attwenger: Most

 

Anlässlich des runden Trikont-Geburtstags (vgl. unseren heutigen Buchtipp) sei ausnahmsweise keine Neuerscheinung vorgestellt, sondern an einen Klassiker des Münchner Independent-Labels erinnert, der bis heute im Programm ist, also nicht mühsam antiquarisch gesucht werden müsste.

Frankfurter Buchmesse 1991: Was da beim Schlendern durch die Messehalle ans Ohr drang, war bayerische Volksmusik - allerdings nicht so, wie man sie allenthalben hörte und traditionell auch in Fernsehshows sah. "Die ist instrumental verschärft", erklärte mir am Trikont-Stand ein freundlicher Herr. Das war Achim Bergmann, der Gründer.

Die Gruppe, Attwenger, klang wie eine abenteuerliche Mischung aus eben der bayerischen Volksmusik, Reggae, Ska und einer guten Portion Punk. Und insbesondere dem Geist des Punk fühlen sich Markus Binder und Hans-Peter Falkner verpflichtet. Der Vergleich mit den Pogues, den ein Kritiker unmittelbar nach der "Most"-Veröffentlichung zog, hat seine Berechtigung. Man kann das verschroben nennen - originell ist es allemal.

Das wiederum hat einen speziellen Grund: Attwenger, die gerne der Neuen Volksmusik zugeordnet werden (wie auch Georg Ringsgwandl und Hubert von Goisern und andere) haben seit "Most" zahlreiche weitere Alben eingespielt. Jedes klingt anders, jedes steht für ein neues musikalisches Experiment. Wenn es in einem Vierteljahrhundert Attwenger ein Kontinuum gibt, dann sind es die Texte in Mundart. So bleibt "Most" bis heute musikalisch einmalig.

Attwenger: Most. (Trikont)

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