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KÜS-Pressekonferenz auf der IAA: Aufbruch in neues Zeitalter mit guten Ergebnissen

 

Der Trend zur Abkehr vom Dieselfahrzeug ist beim Endverbraucher nach wie vor ungebrochen. Das bestätigt der aktuelle Trend-Tacho der KÜS, den Bundesgeschäftsführer Dipl.-Ing. Peter Schuler bei der Pressekonferenz der Sachverständigen-Organisation am Dienstag auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vorstellte.

Demnach sind 92 Prozent der befragten Neuwagenkunden der Meinung, dass der Diesel durch die aktuelle Diskussion um mögliche Fahrverbote an Wert verlieren werde. 78 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer lehnten aus diesem Grund derzeit auch den Kauf eines Diesel-Fahrzeugs ab. Zudem erwägen derzeit 21 Prozent der Besitzer von Diesel-Fahrzeugen, sich wegen des drohenden Wertverlustes möglichst rasch von ihrem Fahrzeug zu trennen.

Die momentane Ungewissheit schlägt sich laut KÜS Trend-Tacho auch auf das Verhalten der Konsumenten im Gebrauchtwagenmarkt nieder. Demnach würden sich derzeit 81 Prozent der befragten Personen keinen gebrauchten Diesel kaufen. Dabei stehen sowohl der Umweltgedanke wie auch die Möglichkeit drohender Fahrverbote im Mittelpunkt der Überlegungen. Mehr als die Hälfte der dazu befragten Personen (53 Prozent) sehen ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in manchen Städten als durchaus sinnvoll an.

Ein großes Thema war auch in diesem Jahr auf der KÜS-Pressekonferenz das technische und optische Aufrüsten von Automobilen, das vor allem bei jungen Autobesitzern sehr beliebt ist. Auf die Gefahren, die von unsachgemäßen Eingriffen beim Automobil für alle Beteiligten ausgehen, wies Schuler erneut hin.

Bei den regelmäßigen Treffen der Szene-kundigen Tuning-Liebhaber bliebe es nicht nur bei manipulierten Abgasanlagen, die sich sehr stark akustisch bemerkbar machen: So genannte „Fahrzeugposer“, also Autobesitzer, die sich mit ihren „aufgemotzten“ Autos gerne zur Schau stellen, verhielten sich mit ihren Eingriffen an Beleuchtung, Fahrwerk oder beim Benutzen verbotener Räder gesetzeswidrig. „Carposing und illegale Straßenrennen einer Minderheit werfen dabei ein schlechtes Licht auf die gesamte Tuningszene“, sagte Schuler, der ganz explizit darauf hinwies, dass die KÜS ständig Tipps für erlaubtes und sicheres Tuning gibt.

Auf die zunehmende Bedeutung eines sicheren und belastbaren Daten-Transfers bei der zunehmenden Digitalisierung des Verkehrs wies Dipl.-Ing. Thomas Auer, der Leiter IT der KÜS, hin. Zukünftige Szenarien wie autonomes Fahren oder der Datenaustausch von Fahrzeug zu Fahrzeug (Car2X) stellten neue Anforderungen an die Dienstleister, die das KÜS Data Rechenzentrum erfülle. „Das autonome Fahren hat inzwischen reale Züge angenommen und wird in nächster Zukunft Wirklichkeit“ wies Auer auf die Dringlichkeit eines sicheren Datenverkehrs hin.

Die Steigerung des Unternehmens bei den HU-Untersuchungen um 1,8 Prozent im Jahr 2016 weise zwar einen größeren Umsatz aus, sei aber nicht gleichbedeutend mit einem höheren Ertrag, relativierte der Bundesgeschäftsführer die erfreulichen Zahlen des vergangenen Jahres. „Die Überwachungs-Organisationen müssen derzeit aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben und Bestimmungen starke finanzielle Eigenleistungen erbringen“, wies Schuler auf den Zeitenwandel bei der Hauptuntersuchung hin. „Wir müssen neue Messmittel anschaffen und vorhandene Messmittel kalibrieren“, sagte er und bestätigte gleichzeitig, dass „die KÜS sich diesen Punkten zwingend öffnen“ müsse und das auch tun werde. Zudem könne die seit 1991 anhaltende Steigerung des prozentualen Wachstums nicht „ins Unermessliche steigern, weil ja auch die Zahl der Neuzulassungen stagniert.“

Dennoch, sagte der Bundes-Geschäftsführer der KÜS, sei er zuversichtlich, dass die KÜS bei einem zu erwartenden Aufkommen von etwa 2,9 Millionen Hauptuntersuchungen auch im Jahr 2017 wieder eine positive Bilanz aufweisen werde.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Oliver Kleinz

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