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Buchtipp - Ziegler: Nacht der tausend Lichter

 

"Lotta hatte keine Geschwister, war schon immer der ganze Stolz ihrer Eltern gewesen. Die Jurastudentin, die alle Prüfungen mit Bravour meisterte. Die das beste Abitur ihres Jahrgangs gemacht hatte. Was sollte nur aus ihren armen Eltern werden? Lottas Augen brannten. Noch nie in ihrem Leben hatte sie eine solche Traurigkeit verspürt, eine so unwiderrufliche Hoffnungslosigkeit."

Es ist ein real sehr beschaulicher Ort, den Silke Ziegler in ihrem Krimi - jedenfalls auf dem Papier - aus jener Routine holt, die viele Menschen durchaus schätzen. In Weinheim an der Bergstraße lässt sich's gut und ruhig leben. Silke Ziegler macht aus der tradtionell jährlichen "Kerwe" (vereinfacht hochsprachlich vielleicht: Jahrmarkt) einen Wettlauf mit der Zeit. Denn das an sich harmlose Vergnügungsfest gefällt auch einem Serientäter als Kulisse für sein Tun. Und diesen Wettlauf muss ausgerechnet Sina Engel ermitteln, deren Familienname im krassen Kontrast zu ihrem aktuellen Leben steht - sie hätte, theoretisch, mit ihren eigenen Katastrophen genug zu tun.

"Die Nacht der tausend Lichter" ist eine Mischung aus exakter Beobachtung von Menschen, einer Handlung, die nichts für schwache Nerven ist und einem "gegen den Strich" gebürsteten Ort für die Handlung. Autorin Ziegler schafft es, eine Vielfalt an Themen unterzubringen, ohne ihr Buch zu überfrachten.

Silke Ziegler: Die Nacht der tausend Lichter. Ein Fall für Sina Engel. Grafit Verlag; 9,99 Euro.

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