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Qatar-Rallye: Halbzeit mit Überraschungen

 

Bei mehrtägigen Veranstaltungen im Cross Country-Weltcup wird am ersten Tag ein "Prolog" gefahren, kurz, aber heftig, meist zwischen sechs und acht Kilometer lang. Das Ergebnis entscheidet über die Startreihenfolge für den nächsten Tag, an dem die erste richtige Etappe gefahren wird. Sogar hier im Emirat Qatar pflegen Wasserdurchfahrten im Mix mit Sand und Steinen diesen Prolog zu charakterisieren. Kaum ein Teilstück davon ist länger als 250 Meter, viele Kurven und Ecken addieren sich hinzu. Nach seinem Ausfall vor 2 Wochen bei der Abu Dhabi-Rallye wollte Nasser A-Attiyah alles wieder gutmachen und zeigte, wer der "Herr im Ring" ist: Tagesbestzeit!

Er startete als Erster und kam auch so an. Die einen Fahrer sagen: ich will möglichst weit vorne landen, um weniger Staub der Mitbewerber schlucken zu müssen (und besser zu sehen), andere sagen, dass sie es besser finden, die deutlichen Spuren im Sand der Vorausfahrenden zu erkennen und somit Navigationsfehler zu vermeiden. Ihm heftig auf den Fersen: Yazeed Al-Rajhi auf dem John Cooper Works MINI, nur einen Wimpernschlag dahinter. Leeroy Poulter vom Toyota Gazoo-Team aus Südafrika, erstmals mit Dirk von Zitzewitz unterwegs, ließ ebenfalls nichts anbrennen und lief auf Rang 3 ein. Dann schon der junge Pole Przygonski auf dem MINI All 4 Racing, dem die zweimaligen Dakar-Starts zu viel Selbstbewusstsein und Erfahrung verholfen haben. Abu Issa, ebenfalls Qatari wie Al Attiyah, ließ es beim Heimspiel auf dem zweiten MINI taktisch richtig angehen und kam auf Platz 7 an. Der dritte Prüfungstag hatte dann wieder einen Sack voller Überraschungen auf Lager: Al Attiyah war ja am Vortag mit Motor- und Getriebeproblemen ziemlich weit zurück gefallen, alles war über Nacht wieder ins Lot gebracht worden. Also seine klare Ansage: volles Rohr und wieder nach ganz vorne. So geschah es. Poulter ließ nicht locker, hatte nur 2,5 Minuten Rückstand und setzte sich auf Platz 2.

Przygonskis Führung vom Vortag hatte dann nur kurz Bestand, er liegt nun auf Rang 4, während Abu Issa immer besser ins Spiel kommt und seinen MINI auf Gesamtplatz 3 stellen durfte. Al Rajhi mit dem John Cooper Works-MINI plumpste im fetten Staub eines Vorausfahrenden in ein hässliches Loch, beschädigte seinen Querlenker und musste die Tagesprüfung abbrechen. Ob eine Reparatur und ein Weiterfahren möglich sind, wird sich über Nacht erweisen. Al Qassimi, der einzige Peugeot 3008 DKR-Pilot, war in den ersten 48 Stunden nicht gerade vom Glück verwöhnt worden, kämpft sich aber wieder an die Spitze heran: derzeit liegt er auf Platz 5. Noch zwei Tage stehen an, da kann sich noch einiges ereignen...

Text: Frank Nüssel
Bilder: Teams

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