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Seiteneinsteigerin erobert KÜS-Serie im Renn-Mini

 

Zuwachs bei der ADAC Procar Serie, der Tourenwagen-Challenge des Deutschen Motorsportbundes: Seit Beginn dieser Saison gibt es eine dritte Division. Während sich in der Division 1 die Tourenwagen mit 1,6 Liter Turbo oder zwei Liter Sauger-Motor gegenüberstehen und in der Division 2 Rennboliden ausschließlich mit 1,6 Liter Saugmotor antreten, geht es in der neuen Division 3 „very british“ zu:

Dort bekämpfen sich die Mini John Cooper Works. In dieser Division ist das Reglement der ehemaligen Mini Trophy bis auf wenige Modifikationen übernommen worden. Bei den Rundstrecken-Versionen des englischen Kult-Automobils macht derzeit eine junge Renn-Amazone von sich reden, die zwar erst ihre zweite komplette Saison bestreitet, aber am Wochenende in der Eifel schon einmal Erfahrungen sammeln durfte, die sie in ihrer weiteren Karriere sicher noch voran bringen werden.

„Gestern bin ich zum ersten Mal auf Slicks im Nieselregen gefahren. Das war etwas ganz Besonders, das muss man auch erst einmal gemacht haben.“ Als wir am Sonntagmorgen mit Victoria („Vicky“) Fross vor dem zweiten Rennen dieses Wochenende zusammensitzen, sieht man ihr den Respekt vor dieser Strecke und der Eifel doch noch an: „Dieses Rennen war eigentlich mehr rutschen als fahren. Aber den Anderen ging es nicht besser. Gut so, jetzt habe ich das auch zum ersten Mal hinter mir.“

Eine Bereicherung, sagt die 23-Jährige aus Leipzig, sei die Integration für die Mini-Piloten in die Procar-Serie. „Es sind viel mehr Autos auf der Strecke als vorher. Das macht erstens mehr Spaß, die Rennen werden dadurch aber auch anspruchsvoller. Es ist einfach mehr Verkehr auf der Bahn.“ Autorennen haben der blonden jungen Frau schon immer „in der Nase gesteckt“, wie sie selbst erzählt. 2011 war sie beim Finale der ADAC GT Masters, in deren Rahmen die Procar-Serie fährt. Durch Kontakte und Beziehungen hatte sie 2012 Gelegenheit zwei Gaststarts im Mini John Cooper Works zu absolvieren. „Nach den beiden Gaststarts am Lausitzring und am Hockenheimring wurde ich als geeignet und gut für den Rennsport befunden. Danach war es um mich geschehen. Ich wollte unbedingt in den Motorsport rein.“

Als Seiteneinsteigerin („Ich hatte ja keine Kart-Erfahrung wie die meisten Anderen“) begann Vicky, den Tourenwagensport im Mini John Cooper Works zu erobern. Und da hilft ihr jedes Rennen, jedes Wochenende, sich weiter zu verbessern und an sich und ihren Fähigkeiten auf der Rennstrecke zu arbeiten. Inzwischen, sagt sie mit einem befreienden Lachen, „ist daraus so eine heimliche Liebe entstanden. Ich habe eine richtige Beziehung zu meinem Auto aufgebaut.“

Ganz klar, als junge Rennamazone bringt sie noch Stärken und Schwächen mit. „Ich setze mich noch sehr unter Druck. Ich will vielleicht zu viel auf einmal. Wahrscheinlich muss ich da einfach etwas geduldiger werden“, schätzt sie sich selbst ein. Demgegenüber steht das, was sie selbst als ihr großes Plus, ihre Stärke einschätzt. „Ganz klar, das ist meine Leidenschaft für das Auto und den Motorsport.“

In Tourenwagen-Rennsport will die junge Immobilien-Kauffrau auf jeden Fall dabei bleiben. „Es soll weiter beim Mini John Cooper Works bleiben. Ich möchte das Auto noch besser kennen lernen. Das Auto und die Strecken.“ Bis jetzt kann sie sehr zufrieden sein mit ihren Ergebnissen in den einzelnen Rennen und im Saisonkalender. Ein guter Mittelfeldplatz und zahlreiche Aktionen auf den Rennstrecke, in denen sie ihre Fähigkeiten zeigen kann, werden das Talent aus dem Team IMC-Motorsport weiter voran bringen. Trotz ihrer noch sehr jungen Karriere hat sie schon so etwas wie Lieblingsstrecken oder bestimmte Sektoren auf Rennstrecken ausgemacht, die sie gerne fährt: „Der Sachsenring liegt mir besonders.“

Die Gespräche für die Tourenwagen-Challenge des Deutschen Motorsportbundes 2015 laufen bereits, Sponsoren und Partner wurden kontaktiert. Und ohne die geht es im Motorsport bekanntlich gar nicht. Mit Talent und Leidenschaft für den Motorsport kann und wird die junge Renn-Amazone Vieles davon zurückgeben. Am Wochenende gelangen ihr auf der Grandprix-Strecke des Nürburgrings zwei eindrucksvolle Vorstellungen: Rang fünf im ersten von zwei Rennen am Samstag, am Sonntag ging es im zweiten Rennen dann richtig rund: Vicky ging wie die Konkurrenz auch bei trockenen Bedingungen auf Slicks raus, doch bereits in der dritten Runde „schüttete“ es aus fetten, schwarzen Wolken, was der Himmel hergab. Die Konsequenz war zunächst das Safety Car und dann die Rote Flagge: Abbruch des Rennens. Der Motorsport bietet eben seine ganz eigenen Überraschungen und Herausforderungen.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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