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Erste Erfahrungen: Ford Ranger

 

Pick-ups gewinnen immer mehr Freunde. Der Grund: Aus dem einstigen Arbeitstier für Landwirtschaft, Forst oder Fischerei ist inzwischen (auch) ein Lifestyle- und Freizeitfahrzeug geworden. Das Angebot an den zugkräftigen Riesen ist indes begrenzt. Eine runde Handvoll Hersteller hat sich darauf spezialisiert und liefert sich in immer kürzeren Modellzyklen ein heftiges Duell um eine Kundenklientel, die immer breiter aufgestellt ist und damit auch mehr Absatzmöglichkeiten bietet.

Dazu gehört auch Ford mit dem Ranger. Schon der Name beinhaltet die Marsch- oder besser, die Fahrtrichtung. Ranger: Das sind nicht nur berittene oder motorisierte Wildhüter oder Auguren des Gesetzes, sondern sie geben ihren Namen auch für eine Form der Mobilität besonderer Art her: Ranger bedeutet Arbeiten in und mit der Natur. Oder auch Outdoor- und Freizeitvergnügen. Um all das ausleben zu können, hat Ford der vor drei Jahren eingeführten Generation des Ranger mehr als nur ein Facelift verpasst.

Wuchtig, aber nicht klobig und uninspiriert wirkt die Front des bis zu 5,35 Meter langen Ranger, der mit drei Karosserievarianten angeboten wird: Ein Doppelkabiner, dazu eine zweisitzige Version und noch eine dritte mit einer eher spärlich ausgefallenen Rückbank. In der Gesamtheit der optischen Details erinnert der aktuelle Ranger ein wenig an die sprichwörtliche Ikone aus dem Land der großen Weiten und Prärien, den F150. Der Ranger ist ein sogenanntes Weltmodell des Ford-Konzerns, wird in über 180 Ländern angeboten. Vorzugsweise (auch) da, wo es an gut ausgebautem Straßennetz mangelt.

Wie schon bei ähnlichen Konkurrenzmodellen (Ford Amarok, Nissan Navara, Toyota Hilux oder Mitsubishi L200) bietet auch der Ford Ranger Fahrkomfort und Annehmlichkeiten wie in einer reinen Asphalt-„Kutsche“. Optionen wie ein Abstandsradar, ein Navigationssystem mit Sprachsteuerung, und diverse andere Assistenzsysteme sind da schon Pflicht, um hinter der Konkurrenz nicht chancenlos her zu fahren. Genauso wie auf Wunsch eine Lederbestuhlung.

Der Ranger soll eben interessant sein für zweierlei Käuferschichten: Für solche, die entweder Jet-Ski oder Quad oder eben doch eher Kartoffelsäcke auf die 1,55 Meter lange Ladefläche stellen. Und er soll eine Alternative sein für Menschen, die einen zusätzlichen Reiz als etwa nur den einer Harley suchen, wie ein Ford-Experte auf unsere Nachfrage bemerkte. Individualität ist eben Trumpf. Auch, aber nicht nur dann, wenn es über Stock und Stein gehen soll.

Für den Vortrieb in der kräftigsten Version des Rangers sorgt ein mächtiger Fünfzylinder-Diesel mit 3,2 Liter Hubraum, und 200 PS. Dieser Selbstzünder ist ein Aggregat der Marke „kernig, kraftvoll, kolossal.“ Mit einem Drehmoment von 470 Newtonmetern garantiert das Triebwerk genügend Durchzugskraft für den 2,1 Tonnen schweren Riesen, der bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen darf.

Aus dem Hecktriebler, der er in der Regel ist, wird bei Bedarf ein Allradler. Dazu genügt dann ein kleiner Dreh an einem Schalter in der Mittelkonsole und dann sind auch Matsch, Schnee und verwinkelte Bergab- und Bergaufpassagen eher ein willkommener Spaßfaktor als ein unüberwindliches Hindernis. Die Elektronik sorgt in diesem Falle dafür, dass je nach Bedarf Antriebskraft auf alle vier Räder kommt.

Als Einstiegsmotorisierungen bietet Ford neben dem mächtigen Fünfzylinder noch zwei kleinere Vierzylinder mit 130 oder 160 PS an. Die Preisliste für den Fünfzylinder beginnt bei 43.000 Euro, die 130-PS-Variante ist ab 27.850 Euro zu haben. Doch auch in diesen Fällen gilt längst das, was auch für Limousinen, Kombis, SUV und andere reine Asphaltfahrzeuge gilt: Nach oben ist erheblicher finanzieller Spielraum, auch einen Pik-up wie den Ford Ranger kann der moderne Mensch mit Hang zum Grünen nach eigenem Gusto und Geldbeutel gestalten.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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