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Wenn das Wetter verrückt spielt: Ohne „Orga-Chef" Dieter Martin geht beim Rallye-Monaco gar nichts

 

Wenn alles glatt läuft, die Veranstaltung zu jedermanns Zufriedenheit verläuft und alle ihren Spaß und ihre Freude hatten, dann fällt dieser Mann eigentlich gar nicht auf und nicht ins Gewicht. Wehe aber, es „brennt“ zwischendurch, es fehlt irgendwo irgendjemandem etwas und in der Vorbereitung wird irgendetwas vergessen, dann bekommt er es mit Sicherheit ziemlich dicke „über die Ohren.“ Denn Dieter Martin ist der Organisationsleiter der ADAC Saarland-Pfalz-Rallye, dem ersten Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft und sagt von sich selbst er sei das „Mädchen für alles.“ Der Mann, der neben dem sportlichen Leiter die wichtigste Person im Organisationsstab des Laufes zur Deutschen Rallyemeisterschaft ist, wirkt meist im Hintergrund. Dort aber sehr akribisch und das schon Monate bevor auf dem Schlossplatz in St. Wendel das erste Auto über die Bühne geht.

„Für mich und meine Mitarbeiter beginnt die Rallye eigentlich schon ein halbes Jahr vorher. Dann, wenn die ersten Gespräche mit den Kommunen, den Genehmigungsbehörden, mit den Vereinen und Helfern geführt werden müssen.“ Der 60-Jährige aus dem saarländischen St. Wendel, zu seiner aktiven Zeit auf der Rundstrecke und auf der Rallye-WP selbst erfolgreich unterwegs, hat das sprichwörtliche „Benzin im Blut.“ Der Motorsport hat ihn auch nicht losgelassen, nachdem er selbst seine aktive Karriere beendet hat.

Seit vier Jahren, also von Beginn an, macht er den Job als „Orga-Leiter“ in und um St. Wendel, obwohl ihm diese Tätigkeit eigentlich mehr Herzensangelegenheit als nur purer Job ist. Als am vergangenen Freitag und Samstag trotz des sprichwörtlichen „Sauwetters“ jeweils geschätzte 6.000 Zuschauer die Straßen in der Kreisstadt beim KÜS-City-Rundkurs säumten, da war es das Verdinest von Dieter Martin und seinen Mitarbeitern, dass alles bestens präpariert war. Absperrgitter rund um den Kurs. Rotes Kreuz, Polizei, THW, ADAC-Ordner: Alle an ihrem Platz. Jeder mit allem ausgerüstet, was er brauchte, damit die Veranstaltung in der Dämmerung und Dunkelheit zu einem Spektakel, aber auch zu einer sicheren Angelegenheit wurde.

An Martin tritt jeder Helfer, jeder Betroffene heran, der irgendeine Frage hat. Bestes Beispiel an diesem Wochenende: „Da musste ein Anwohner noch mal schnell in seine Wohnung, obwohl bereits abgesperrt war. Wir haben dann mit Leuten vom Sicherheitsdienst dafür gesorgt, dass das noch geklappt hat.“ Oder einer der Streckensprecher braucht noch eine Batterie, weil sein Mikrofon gestreikt hat. Wer hilft? „Natürlich kommt so was dann bei mir an, aber man lernt ja im Verlauf der Jahre immer wieder dazu und hat für die meisten Notfälle vorgesorgt.“

Wenn, wie in diesem Jahr, dann auch noch das Wetter „verrückt spielt“, dann geht auch beim Organisationsleiter in den letzten Stunden und Minuten vor dem Start alles drunter und drüber. „Dann muss man Ruhe bewahren, die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Leute am richtigen Platz einsetzen.“ Diese Fähigkeit war in diesem Jahr, als die beiden vorgesehenen Prüfungen am Freitagabend aus Sicherheitsgründen abgesagt werden mussten, so gefragt wie nie zuvor. Das ist dann ziemlicher Stress auf den Punkt, aber um so stolzer sind dann alle, wenn die Rallye letztendlich so über die Bühne gegangen ist, wie das Teilnehmer und Besucher erwartet haben.

„Wenn schließlich alles abgebaut und verstaut ist für das nächste Jahr, dann fallen mir und meinen Leuten schon die sprichwörtlichen dicken Brocken von den Schultern.“ Aber letztendlich hat es sie auch alle stolz gemacht, dass in der motorsportverrückten saarländischen Kreisstadt ein „Monaco des Rallyesports“ beim KÜS-City-Rundkurs geschaffen wurde, an dem Tausende von Motorsportfreunden ihre helle Freude hatten.

Text: Jürgen C. Braun
Foto: Oliver Kleinz

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