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Wenn das Betriebsgeheimnis auf die Straße darf: Contis neuer Winter-Pneu heißt TS 860

 

Der aktuelle Winter, oder besser gesagt, das, was man als Winter in diesen Tagen und Wochen bezeichnet, hat sich noch nicht einmal verabschiedet. Doch die Reifenhersteller denken in anderen Zeitintervallen und präsentieren im Februar schon ihre Produkte, die erst in ein paar Monaten auf den Markt kommen werden, jetzt aber schon ausgereift sind und in Serie gehen. Als der Spezialist in Sachen Winterreifen gilt vor allem Markführer Continental.

Das in Deutschland in Hannover beheimatete Unternehmen hat jetzt sein neuestes Produkt vorgestellt, das für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse vorgesehen ist. Ein sogenanntes Volumenmodell also, sind doch die meisten Autofahrer/-innen in Fahrzeugen dieser Kategorie unterwegs. Der WinterContact TS 860, wird also mit Beginn der Herbstwochen des Jahres 2016 seinen Vorgänger, den ContiWinterContact TS 850 beerben.

Zeitsprünge bei der Markteinführung von Reifen sind in der Regel komprimierter als dies bei Automobilen der Fall ist. Denn beim Reifen ist die Entwicklung des Produktes aufgrund der vielen verschiedenen Parameter nicht nur rascher und vielfältiger, sondern bietet Technikern und Marketingleuten auch immer wieder kurzfristige Gelegenheit, einzugreifen und einen aktuell erreichten Status Quo zur Produkteinführung zu nutzen. Im ewigen Spiel um Prozentpunkte auf dem Markt der Wettbewerber kann man dann die Gelegenheit zu einem oft nur kleinen, aber auch feinen Forschungs- und Entwicklungsvorsprung im Vergleich zur Konkurrenz nutzen.

Das ist bei Continental natürlich auch nicht anders. Und so wird der „TS 860“ schon zu einem Zeitpunkt als Reifen der Marke „state of the art“ vorgestellt, bei dem die Mehrzahl der Kunden ihren alten „Schlappen“ durchaus noch als winterfest ansehen. Und das wohl auch mit Recht. Denn die Winter der vergangenen Jahre waren nicht gerade dazu angetan, Lauffläche, Profiltiefe und Qualitätsstandards des Winterpneus erheblich in Mitleidenschaft zu ziehen.

So soll der neue Winterreifen des Hauses Continental für die Mehrheit der Fahrzeuge, die sich auf unseren Straßen und Autobahnen tummeln, ab dem kommenden Herbst zunächst einmal in 21 verschiedenen Dimensionen für Felgen zwischen 14 und 17 Zoll Durchmesser angeboten werden. Ins Auge gefasst beim „Brot-und Butter-Kunden“ werden dabei die Geschwindigkeitstoleranzen H und V (das sind Speedlimits von 210 und 240 km/h).

Was hat sich aber geändert gegenüber dem Vorgängermodell, das ja erst vor wenigen Jahren auf den Markt kam und dessen Technik demzufolge auch noch nicht als überholt angesehen werden kann, denn geändert? Reifenentwickler haben immer mehrere Möglichkeiten, die Performance eines Pneus zu verbessern. Denn der Reifen ist ein hochkomplexes Produkt mit diversen Anforderungen. Er muss in Handling, Rollwiderstand, Geräuschen, Bremsverhalten auf verschiedensten Oberflächen und bei unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen eigentlich immer so funktionieren, dass er seinem Käufer höchsten Komfort und maximale Sicherheit bietet. Aber ein Reifen, und vor allem ein Winterreifen, kann in der Summe seiner Eigenschaften eigentlich immer nur der maximale Kompromiss des Machbaren sein.

Das bedeutet, man muss den Zielkonflikt entschärfen und sich auf bestimmte Detailverbesserungen konzentrieren. So soll der TS 860 im Vergleich zum Vorgänger ContiWinterContact TS 850 in erster Linie durch verbesserte Bremsleistungen auf nassen und vereisten Straßen Kunden anlocken. Außerdem, so der Hersteller, biete der Neue mehr Traktion auf schneebedeckten Fahrbahnen. Wie immer wurden dabei bei der Anordnung und Gestaltung der Profilblöcke, und bei der richtigen Mischung des Endproduktes jene Eingriffe vorgenommen, die bei jedem Hersteller als „Betriebsgeheimnis“ gelten und letztendlich zur Performance des aktuellen Produktes führten. Und dann gibt es ja auch noch das EU-Reifenlabel: Bei der entsprechenden Einstufung erreicht der neue Conti-Winterspezialist die für einen Winterreifen höchst akzeptablen Werte C für den Rollwiderstand und B für den Nassgriff.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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