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Rallye Monte Carlo: Hyundai ist optimistisch mit neuem i20 WRC

 

Mit der zweiten Generation des weiterentwickelten, neuen i20 World Rallye Car (WRC) startete Hyundai am Donnerstag in das „Abenteuer Rallye Monte Carlo“ und damit auch in die neue Saison der Rallye-Weltmeisterschaft. Nach zwei Lehrjahren, wie sie die Südkoreaner bei ihrer Rückkehr in die WM 2014 selbst prognostiziert hatten, will das Team von Hyundai Motorsport, das im bayerischen Alzenau beheimatet ist, in dieser Saison den dominierenden VW Polo WRC und Weltmeister Sébastien Ogier mehr sein als nur ein „Spielgefährte“ auf den Wertungsprüfungen.

Die Doppelspitze von Hyundai, bestehend aus dem „Deutschland“-Sieger von 2014, dem Belgier Thierry Neuville und dem Spanier Dani Sordo, fuhr im shakedown am frühen Donnerstag morgen hinter dem Nordiren Chris Meeke im Citroen DS3 WRC und Weltmeister Ogier im VW Polo WRC auf die Plätze drei und vier. Allerdings ist Citroen in diesem Jahre nicht mehr offiziell am Start. Das Team, mit dessen Autos „Super-Seb“ Loeb insgesamt neun Mal Weltmeister wurde, hat seine Fahrzeuge an ein privates Team vergeben, das aber nicht alle Einsätze der WM bestreiten wird. Bester Ford-Pilot war Ex-Formel-1Pilot Robert Kubica (Polen) als Siebter. In den vergangenen Monaten wurde in Alzenau ein komplett neuer Rallye-Bolide entwickelt. Der i20 WRC spulte dabei insgesamt 8000 Testkilometer ab.

Für Hyundai könnte und soll auch eine neue Ära des eigenen WM-Engagements in diesem Jahr beginnen. „Wir sind mit der Performance des Autos bisher sehr zufrieden“, sagte Neuville in der vergangenen Woche nach den letzten Testkilometern auf Schnee in Südfrankreich. Das Auto ist definitiv in allen Bereichen ein Fortschritt. Ich freue mich auf das Debüt, aber wir müssen einige Prüfungen abwarten, um zu sehen, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen.“ Allerdings war die „Monte“ noch nie eine der Herausforderungen, die der Belgier gemocht hatte. Bei insgesamt fünf Starts sah er nur einmal das Ziel.

Heimvorteil genießt dagegen Sebastien Ogier. Der 32-jährige Franzose, der in der vergangenen Saison zum dritten Mal den Fahrertitel bei der WM für sich verbuchen konnte, ist in Gap geboren, wo bis am Samstagabend der Rallyetross mitsamt Servicepark seine Zelte aufschlägt. Als ehemaliger Skilehrer ist der Ehemann der deutschen TV-Moderatorin Andrea Kaiser ohnehin mit den Gegebenheiten bestens vertraut. Aber der Mann aus den „Alpes Maritimes“ kennt auch die Tücken seiner Heimat: „Schon zehn Meter vereiste Fahrbahn reichen aus, um alle Siegchancen zunichte zu machen.“

Insgesamt stehen bis am Sonntag 16 Wertungsprüfungen über insgesamt 380 WP-Kilometer an. Die Etappe über den berühmt-berüchtigten „Col de Turini“, die einst als „Nacht der langen Messer“ Eingang in die Rallye-Historie fand, steht am Sonntag an. Wie immer ist zum Auftakt der WM nicht nur das Können der Fahrer, sondern auch das richtige „Näschen“ und die Infos der Eisspione ein Indikator für Sieg und Niederlage. Überfrierende Nässe und womöglich auch etwas Neuschnee in den französischen Seealpen haben schon so manchen Traum vom „Monte“-Erfolg vorschnell platzen lassen.

Text: Jürgen C. Braun / Fotos: Hyundai, Braun

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